2 Länder, 3 interessante Frauenschicksale und mehr
Eine detaillierte Aufarbeitung geschichtlicher Ereignisse zwischen der Bundesrepublik und der Türkei in der Zeit zwischen 1929 bis in unsere politische Gegenwart wird am Beispiel der Fam. von Prof. Dr. Alfred Heilbronn exemplarisch dargeboten. Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 folgen wie er mehr als 3000 meist jüdische Wissenschaftler der Einladung des Staatsgründers der heutigen Türkei Kemal Atatürk in die Türkei, den Aufbau des Landes nach westlichem Vorbild zu vollziehen. Ebenso erfolgreich tätig wie in Münster ist Prof. Dr. Heilbronn an der Universität Istanbul und seinem dort gegründeten pharmakologisch-botanischen Institut, mit Schwerpunkt der Genetik und Heilpflanzenkunde. Schon im ersten Zuhause in Münster wird wie auch in Istanbul das Familienleben, speziell der zwei Ehefrauen Magda und Mehpare, einfühlsam eingefangen. Auch viele Pflanzen wie der Akanthus oder das einjährige Bingelkraut schlagen fast wie selbstverständlich Wurzeln. Wie drastisch einschneidend politische Beschlüsse beider Länder sein können, wird klar herausgestellt, sei es Alfreds sog. „Reichsflucht“ mit Enteignung und späterer Ausbürgerung aus Deutschland, sei es der Verlust seiner beruflichen Sonderstellung am Institut durch seine zweite Ehe mit Mehpare und er Türke wird. Dass die Bedrohung durch Hitlerdeutschland selbst vor Ort greifbar ist, beschreiben der Passeintrag „Haymatloz“ sowie das Drama rund um das bulgarische Motorschiff „Struma“, einem schwimmenden Sarg mit 791 jüdischen Flüchtlingen. Auch wie es den in der Türkei mitgenommenen und geborenen Kindern dieser Wissenschaftler:innen ergeht, wird hart angerissen. Wie hat sie das Aufwachsen in der Türkei geprägt? Wo sind sie zu Hause?
Dass der Botanische Garten in Istanbul ein Symbol für eine Zeit ist, die heute politisch nicht gewollt ist, verdeutlicht der dritte Erzählstrang der Gegenwart rund um die dritte Frauenfigur Imke. Für die Erstellung eines Gutachtens recherchiert sie einerseits über ein in Deutschland fast vergessenes Kapitel deutsch-jüdischer-türkischer Geschichte, und gerät dabei in staatliche, religiöse, polizeiliche Repressalien einer Türkei, die diesen Teil der Geschichte wohl vergessen machen will.
Ein Buch zum Nachdenken über Heimat inmitten politischer Hürden, exemplarisch festgezurrt an drei sehr verschiedenen Frauenschicksalen.
Dass der Botanische Garten in Istanbul ein Symbol für eine Zeit ist, die heute politisch nicht gewollt ist, verdeutlicht der dritte Erzählstrang der Gegenwart rund um die dritte Frauenfigur Imke. Für die Erstellung eines Gutachtens recherchiert sie einerseits über ein in Deutschland fast vergessenes Kapitel deutsch-jüdischer-türkischer Geschichte, und gerät dabei in staatliche, religiöse, polizeiliche Repressalien einer Türkei, die diesen Teil der Geschichte wohl vergessen machen will.
Ein Buch zum Nachdenken über Heimat inmitten politischer Hürden, exemplarisch festgezurrt an drei sehr verschiedenen Frauenschicksalen.