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brianna Avatar

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Das Cover zeigt eine junge Frau, die ihren Hut haltend zu einem riesigen Gewächshaus aufschaut, vor dem sie steht und in dem Palmen und andere exotische Pflanzen wachsen. Thema ist u.a. Botanik, was passend zum Inhalt ist.

Magda, Professorengattin in Deutschland, muß erkennen, daß sie und ihr jüdisch-stämmiger Mann mit der zunehmenden Macht der Nationalsozialisten nicht mehr sicher sind. Es folgen Flucht, Exil, ein ganz neues Leben.
Alfred wird den Botanischen Garten in Instanbul aufbauen.
Während Alfred vielbeschäftigt ist, versucht auch Magda ihrem neuen Leben in der Türkei Sinn zu geben.
Ihrer beider Kinder werden dort erwachsen.

Mehpare lebt in einem Zeitstrang Jahre später und wird nach der Schule Alfred's Assistentin in eben diesem Botanischen Garten. Auch sie durchlebt viele Höhen und Tiefen. So wird sie die erste weibliche Professorin und später dann sogar Alfred's Frau und folgt ihm nach Deutschland.

Imke hingegen lebt in der heutigen Zeit. Sie soll entscheiden, ob der Botanische Garten weiterexistieren darf oder der Moderne weichen soll.
Was zu Beginn wie die Chance ihres (Berufs-) Lebens klingt, erweist sich als steiniger Weg.

Der Schreibstil der Autorin S. Lüpke ist ruhig und klar. Bisweilen wirken einige Passagen poetisch wie erwartet.
Allerdings benötigt man viel Geduld, denn dieses Werk liest sich nicht nebenbei. Und leichte Kost ist es erst recht nicht.

Stattdessen greift Lübke Themen auf, die damals so dramatisch erschienen und heute wieder sind, es geht um Vergänglichkeit, Neubeginn und natürlich die Liebe.

All' das hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. In dieser schnelllebigen Zeit ein Buch, das nachhallt.