Blühende Geschichte

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frankenfrosch Avatar

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Wer kennt dieses Gefühl, sich in einem Buch so wohl zu fühlen, dass man sich nur schwer von ihm trennen kann? Das Gefühl, als ob die Protagonist*innen einem schon ein Leben lang begleiten? Das Gefühl, sofort losfahren zu müssen um genau die Wege zu gehen und die Orte zu besuchen, die die Figuren aufsuchen? All diese Gefühle entstanden, als ich Sandra Lüpkes Roman 'Ein Ort, der bleibt' las. Dabei ist es nicht unbedingt ein reiner Wohlfühl-Roman. Beschreibt er doch u. a. das Schicksal deutscher (jüdischer) Emigranten in der Türkei, denen auf Einladung Atatürks, die Ausreise vor dem Holocaust geglückt ist. Ich muss gestehen, dass ich über die Rolle der Türkei und ihrer Neutralität während des 2. Weltkrieges eigentlich überhaupt keine Ahnung hatte. Deshalb war auch aus geschichtlicher Sicht, dieser grandiose Roman, eine große Bereicherung. Sandra Lüpkes erzählt in ihrem Roman die Geschichte des Botanischen Gartens in Istanbul und über das Leben und Wirken von Alfred und Magda Heilbronn, sowie seiner Assistentin Mehpare. Doch ist es auch die Geschichte einer quirligen Stadt, von unterschiedlichsten Menschen und deren gemeinsame Liebe zu Pflanzen und der Natur. In diesem Roman steckt nicht nur ganz viel Recherchearbeit, sondern vor allen Dingen ganz viel Liebe zu den Figuren und zu einer Stadt, die ich jetzt unbedingt einmal besuchen möchte.