Drei Frauen in Istanbul

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tausendschön Avatar

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Einen sehr schönen Roman von Sandra Lüpkers durfte ich hier lesen. Ein Roman, der in mehreren Zeitsträngen bzw. aus mehreren Perspektiven erzählt wird. Eine Geschichte, die von Entwurzelung oder Heimatverlust erzählt, aber auch von Neuanfang und Vertrauen. Historisch betrachtet, war mir gar nicht so bewusst, dass in der Nazizeit viele Deutschjuden in die Türkei bzw. Istanbul geflüchtet sind oder auch als Wissenschaftler an die Universitäten geholt wurden. So auch hier. Der Botaniker Alfred Heilbronn flüchtet mit seiner Familie in den 30er Jahren nach Istanbul, wo er eine Professur an der botanischen Fakultät neu besetzen und für Atatürk einen Botanischen Garten errichten soll. Seine Frau, ebenfalls Wissenschaftlerin, spielt hier auch eine zu beachtende Rolle, da sie die Familie und Geschicke in den schwierigen Zeit zusammenhält. Die junge, engagierte Wissenschaftlerin Mehpare wird an die Seite des Professors gestellt und in der Familie aufgenommen.
Im Heute, wird die junge Stadtplanerin Imke nach Istanbul geschickt, um dort den ehemaligen botanischen Garten zu begutachten. Fern der Heimat und der Mutter, um die sie sich immer kümmern muss. Alle drei Frauen -mit ihren Ängsten, Sorgen und Kämpfen tragen zum Gelingen des Romanes bei, der auch sehr gut recherchiert und flüssig erzählt wird. Allerdings sind einige botanische Zusammenhänge recht detailiert beschrieben und es benötigt ein wenig Ruhe, dies mit Sinn und Verstand zu lesen. Nicht so nebenbei, kurz vorm Schlagen. Sehr schönes Buch und ein wunderbares Cover.