Ein Garten, der verbindet
„Ein Ort, der bleibt“ hat mich vor allem sprachlich überzeugt; vor allem der Anfang ist stilistisch sehr gelungen und hat mich sofort in die Geschichte hineingezogen. Die oft poetische Sprache schafft eine besondere Atmosphäre und ich habe mich dabei erwischt, wie ich von manchen Ausdrücken oder Sätzen beeindruckt wurde. Mein Lieblingszitat:
Und Alfred, der die Nächte neben Magda lag, weil er auf keinen Fall umziehen wollte in eines der Gästezimmer, hatte sich eng an sie geschmiegt und nicht gewusst, wie er diese Haymatloze trösten sollte, die seit mehr als dreißig Jahren sein Zuhause war.
Gleichzeitig weckt die Handlung immer wieder Neugier auf reale Personen und Hintergründe, sodass ich viele Orte/Personen/Ereignisse beim Lesen gegoogelt habe. Die Autorin hat wahnsinnig gut recherchiert, was leider nicht selbstverständlich ist, was die Lesefreude bei mir deutlich erhöht hat.
Die Erzählstruktur mit drei Handlungssträngen – zwei in der Vergangenheit und einer in der Gegenwart – ist grundsätzlich spannend angelegt und verleiht der Geschichte eine gewisse Tiefe. Dabei schwingt eine starke nostalgische und wehmütige Stimmung mit, die gut zur Thematik passt und lange nachhallt. Besonders schön fand ich die Passagen, die in Istanbul spielen: Da es eine meiner Lieblingsstädte ist, hat es mir große Freude bereitet, über bekannte und geliebte Orte zu lesen.
Nicht alle Figuren haben mich jedoch gleichermaßen überzeugen können. Kai wirkt auf mich stellenweise fast wie eine Karikatur und bleibt in seinem Verhalten schwer greifbar. Auch sein Handlungsverlauf – insbesondere die Frage, wie es am Ende mit ihm weitergeht – bleibt unklar. Etwas unbefriedigend finde ich auch den Handlungsstrang um Petek und ihre Tochter. Da hätte ich mir einen runderen Schluss gewünscht.
Inhaltlich gibt es zudem kleinere Schwächen: Einige türkische Namen wirken für die Zeit, in der der Hauptteil des Romans spielt, zu modern, und an manchen Stellen erscheinen die Übersetzungen aus dem Türkischen etwas holprig. Der politische "Einschub" gegen Ende wirkt eher klischeehaft und fügt sich nicht ganz stimmig in die Geschichte ein – dieser Teil bleibt für mich etwas in der Luft hängen. Da hätte ich mir auch mehr Konsequenzen/einen besseren Abschluss gewünscht.
Diese Kritikpunkte haben mich trotz allem nicht davon abgehalten, „Ein Ort, der bleibt“ zu genießen.
Und Alfred, der die Nächte neben Magda lag, weil er auf keinen Fall umziehen wollte in eines der Gästezimmer, hatte sich eng an sie geschmiegt und nicht gewusst, wie er diese Haymatloze trösten sollte, die seit mehr als dreißig Jahren sein Zuhause war.
Gleichzeitig weckt die Handlung immer wieder Neugier auf reale Personen und Hintergründe, sodass ich viele Orte/Personen/Ereignisse beim Lesen gegoogelt habe. Die Autorin hat wahnsinnig gut recherchiert, was leider nicht selbstverständlich ist, was die Lesefreude bei mir deutlich erhöht hat.
Die Erzählstruktur mit drei Handlungssträngen – zwei in der Vergangenheit und einer in der Gegenwart – ist grundsätzlich spannend angelegt und verleiht der Geschichte eine gewisse Tiefe. Dabei schwingt eine starke nostalgische und wehmütige Stimmung mit, die gut zur Thematik passt und lange nachhallt. Besonders schön fand ich die Passagen, die in Istanbul spielen: Da es eine meiner Lieblingsstädte ist, hat es mir große Freude bereitet, über bekannte und geliebte Orte zu lesen.
Nicht alle Figuren haben mich jedoch gleichermaßen überzeugen können. Kai wirkt auf mich stellenweise fast wie eine Karikatur und bleibt in seinem Verhalten schwer greifbar. Auch sein Handlungsverlauf – insbesondere die Frage, wie es am Ende mit ihm weitergeht – bleibt unklar. Etwas unbefriedigend finde ich auch den Handlungsstrang um Petek und ihre Tochter. Da hätte ich mir einen runderen Schluss gewünscht.
Inhaltlich gibt es zudem kleinere Schwächen: Einige türkische Namen wirken für die Zeit, in der der Hauptteil des Romans spielt, zu modern, und an manchen Stellen erscheinen die Übersetzungen aus dem Türkischen etwas holprig. Der politische "Einschub" gegen Ende wirkt eher klischeehaft und fügt sich nicht ganz stimmig in die Geschichte ein – dieser Teil bleibt für mich etwas in der Luft hängen. Da hätte ich mir auch mehr Konsequenzen/einen besseren Abschluss gewünscht.
Diese Kritikpunkte haben mich trotz allem nicht davon abgehalten, „Ein Ort, der bleibt“ zu genießen.