Ein Ort, der bleibt. Eine Geschichte, die nachhallt.
Als Imke für ein Forschungsprojekt nach Istanbul reist, ahnt sie nicht, dass sie dort auf eine Geschichte stoßen wird, die Jahrzehnte zurückreicht. Eine Geschichte voller Umbrüche, Mut und Leidenschaft für die Botanik. Eine Geschichte, die mit dem fast vergessenen Botanischen Garten Istanbuls verbunden ist und mit Menschen, die ihn geprägt haben.
Besonders beeindruckt hat mich, wie Sandra Lüpkes Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwebt. Während Imke in der heutigen Türkei nach Antworten sucht, begleiten wir Mehpare und Alfred durch eine Zeit tiefgreifender Veränderungen.
Mehpare wächst im Istanbul der 1920er Jahre auf, einer Stadt im Wandel. Atatürks Reformen verändern das Land grundlegend, Tradition und Moderne prallen aufeinander. Wissbegierig und voller Tatendrang kämpft sie sich ihren Weg in eine akademische Welt, die Frauen noch immer viele Grenzen setzt. Ihre Entwicklung hat mich besonders fasziniert.
Ebenso eindrucksvoll ist Alfred Heilbronn. Als jüdischer Wissenschaftler verlässt er das zunehmend feindselige Deutschland und folgt dem Ruf nach Istanbul. Dort erhält er die Chance, etwas völlig Neues aufzubauen: einen Botanischen Garten, der weit mehr wird als nur ein Ort für Pflanzen. Er wird zu einem Symbol für Hoffnung, Wissen und Neuanfang.
Was mich besonders überrascht hat: Die Türkei war mir als Exilland für deutsche Wissenschaftler bislang kaum bekannt. Gerade deshalb fand ich diesen historischen Hintergrund unglaublich spannend. Sandra Lüpkes verbindet reale Geschichte und Fiktion so selbstverständlich miteinander, dass man völlig in die Zeit eintaucht. Ganz nebenbei vermittelt der Roman zudem erstaunlich viel botanisches Wissen. Nie belehrend, sondern voller Begeisterung und Detailkenntnis.
Überhaupt entsteht beim Lesen eine ganz besondere Atmosphäre. Der Botanische Garten, die Gewächshäuser, das angelegte Herbarium, all das wirkt so lebendig, dass man meint, selbst zwischen den Pflanzen und Beeten zu stehen. Der Erzählstil ist ruhig, präzise und unaufgeregt und passt wunderbar zu den reflektierten Figuren.
Der Handlungsstrang um Imke konnte mich emotional nicht ganz so stark berühren wie die historischen Passagen. Mehpares und Alfreds Geschichten haben für mich deutlich mehr Strahlkraft entwickelt. Dennoch gelingt es Sandra Lüpkes, die verschiedenen Zeitebenen zu einem stimmigen Ganzen zusammenzuführen.
Für mich ist dies nicht nur ein Roman über Pflanzen und Gärten. Es ist ein Roman über Menschen, die trotz Verlust, Vertreibung und gesellschaftlicher Umbrüche weiterwachsen. Über Wurzeln, die bleiben, selbst wenn man die eigene Heimat verlassen muss.
Für mich ist der Botanische Garten nicht der einzige Ort, der bleibt. Auch dieses Buch bleibt. Weil es zeigt, dass Menschen gehen können, ihre Geschichten aber weiterleben.
Besonders beeindruckt hat mich, wie Sandra Lüpkes Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwebt. Während Imke in der heutigen Türkei nach Antworten sucht, begleiten wir Mehpare und Alfred durch eine Zeit tiefgreifender Veränderungen.
Mehpare wächst im Istanbul der 1920er Jahre auf, einer Stadt im Wandel. Atatürks Reformen verändern das Land grundlegend, Tradition und Moderne prallen aufeinander. Wissbegierig und voller Tatendrang kämpft sie sich ihren Weg in eine akademische Welt, die Frauen noch immer viele Grenzen setzt. Ihre Entwicklung hat mich besonders fasziniert.
Ebenso eindrucksvoll ist Alfred Heilbronn. Als jüdischer Wissenschaftler verlässt er das zunehmend feindselige Deutschland und folgt dem Ruf nach Istanbul. Dort erhält er die Chance, etwas völlig Neues aufzubauen: einen Botanischen Garten, der weit mehr wird als nur ein Ort für Pflanzen. Er wird zu einem Symbol für Hoffnung, Wissen und Neuanfang.
Was mich besonders überrascht hat: Die Türkei war mir als Exilland für deutsche Wissenschaftler bislang kaum bekannt. Gerade deshalb fand ich diesen historischen Hintergrund unglaublich spannend. Sandra Lüpkes verbindet reale Geschichte und Fiktion so selbstverständlich miteinander, dass man völlig in die Zeit eintaucht. Ganz nebenbei vermittelt der Roman zudem erstaunlich viel botanisches Wissen. Nie belehrend, sondern voller Begeisterung und Detailkenntnis.
Überhaupt entsteht beim Lesen eine ganz besondere Atmosphäre. Der Botanische Garten, die Gewächshäuser, das angelegte Herbarium, all das wirkt so lebendig, dass man meint, selbst zwischen den Pflanzen und Beeten zu stehen. Der Erzählstil ist ruhig, präzise und unaufgeregt und passt wunderbar zu den reflektierten Figuren.
Der Handlungsstrang um Imke konnte mich emotional nicht ganz so stark berühren wie die historischen Passagen. Mehpares und Alfreds Geschichten haben für mich deutlich mehr Strahlkraft entwickelt. Dennoch gelingt es Sandra Lüpkes, die verschiedenen Zeitebenen zu einem stimmigen Ganzen zusammenzuführen.
Für mich ist dies nicht nur ein Roman über Pflanzen und Gärten. Es ist ein Roman über Menschen, die trotz Verlust, Vertreibung und gesellschaftlicher Umbrüche weiterwachsen. Über Wurzeln, die bleiben, selbst wenn man die eigene Heimat verlassen muss.
Für mich ist der Botanische Garten nicht der einzige Ort, der bleibt. Auch dieses Buch bleibt. Weil es zeigt, dass Menschen gehen können, ihre Geschichten aber weiterleben.