Verlust und Neuanfang

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remul Avatar

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Die letzten Bücher der Autorin habe ich alle gelesen. Sie begeistert mich durch ihre detaillierte Recherche am Beispiel von historischen Personen. Das vorliegende Buch handelt von der Familie des Botanikers Alfred Heilbronn, der im Jahr 1933 überstürzt seine Heimatstadt Münster verlässt und mit seiner Familie nach Istanbul zieht. Nachdem er in Deutschland wegen seiner jüdischen Wurzeln seine Arbeitserlaubnis entzogen bekommen hat, war der Ruf nach Istanbul, um dort einen botanischen Garten anzulegen, die letzte Rettung. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen allerdings seine Frau, seine türkische Assistentin und eine Städteplanerin, die ins heutige Istanbul reist, um den brachliegenden botanischen Garten in Augenschein zu nehmen und einen Vorschlag zu unterbreiten, wie er in Zukunft genutzt werden soll. Ein Ort, der bleibt ist eher ein Buch zum Nachdenken über das was Heimat ausmacht inmitten politischer und religiöser Unruhen, sowohl während der Nazizeit als auch in der heutigen Türkei. Wer eine Geschichte mit viel Handlung und spannenden Ereignissen erwartet, für den wird es wahrscheinlich nicht das Richtige sein. Mir hat es aber sehr gut gefallen, auch weil mir bislang nicht bekannt war, dass viele jüdische Familien während des Hitler-Regimes von der Türkei aufgenommen wurden. Sehr hilfreich fand ich auch die Auflistung der historischen Personen im Anhang.