Die zweite Lebenshälfte
Familie ist eine Flickendecke, von diesem Ausspruch fühlte ich mich angesprochen. Sie wärmt und sie kratzt auf der Haut.
Viele Frauenfiguren gestalten diese Geschichte, (fast) allen gemeinsam: sie sind in ihrer zweiten Lebenshälfte angelangt, nicht unbedingt angekommen.
Das spricht die Leserinnen in der gleichen Situation natürlich an. Es geht um einzelne Figuren einer Familie, nicht so sehr um die Familie als Gruppe oder Beziehungsgefüge.
Ich wurde durch das detaillierte Innenleben jeder einzelnen Figur ins Buch gezogen. Nicht so sehr was als nächstes passiert, sondern wie die Person es erlebt, lässt einen weiterlesen . .. vielleicht hat es deshalb auch etwas länger gedauert bis ich das Buch beendet habe.
Es gibt eine Alleinerziehende mit Teenagertochter, eine berufstätige Mutter und Ehefrau, die einer alten Leidenschaft hinterhertrauert und auch die ältliche verwitweten Großmutter, die ein Familiengeheimnis hütet.
Jeweils aus der Ich-Perspektive geschrieben, schafft es die Autorin Gedanken und Gefühle der Figuren authentisch und nachvollziehbar zu beschreiben.
Jemand der an lebensnahen Figuren interessiert ist, findet hier das Richtige.