Familiengeheinmisse unter norddeutschen Sommerhimmel

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Auf den ersten Blick wirkt das Buch wie ein ruhiger Sommerroman, aber die Geschichte hat es wirklich in sich. Alles beginnt an einem Samstag im August ganz harmlos: Elvira und Jobst nehmen auf dem Heimweg aus dem Urlaub ein junges Pärchen mit, dessen Auto nicht mehr anspringt. Was als kleine Gefälligkeit anfängt, führt die beiden direkt mit auf eine Familienfeier – und setzt dort eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Leben aller Beteiligten ordentlich durcheinanderwirbelt.
​Besonders gut hat mir die stimmungsvolle Atmosphäre gefallen. Das Cover mit den reifen Getreidefeldern und den aufziehenden dunklen Wolken spiegelt perfekt die Handlung wider: So wie in der Natur ein Sturm aufzieht, brodelt es auch in der Familie unter der Oberfläche. Die Kapitel wechseln zwischen den Perspektiven der einzelnen Familienmitglieder – vor allem der Frauen –, wodurch man die Gedanken und Beweggründe der Figuren sehr gut nachvollziehen kann.
​Birgit Bachmann hat einen sehr angenehmen, flüssigen Schreibstil, durch den sich das Buch wunderbar schnell lesen lässt. Trotz der schweren Themen und Enthüllungen behält die Geschichte eine gewisse Leichtigkeit und bietet immer wieder Momente zum Schmunzeln.
​Dass am Ende nicht jedes Detail lückenlos aufgeklärt wird und manches im Ungewissen bleibt, ist vielleicht nicht jedermanns Sache, passt aber eigentlich ganz gut zum echten Leben. Für mich war es ein gelungener, nachdenklicher Debütroman über Familienverstrickungen, den ich sehr gerne gelesen habe.