Jahreshighlight
„Was für ein Familiensommer, dachte Elvira. Jeder Einzelne ein Flecken, zusammengesetzt aus Erinnerungen, Ängsten und Sehnsüchten. Kein Teil passte ans andere. Und doch waren da diese Fäden, die alle miteinander verbanden.“ (S. 241/242)
Die Geschichte beginnt an einem Samstag im August. Zuerst war ich tatsächlich etwas verwundert und habe mich gefragt, ob sich wohl das gesamte Buch an diesem einen Tag festhalten würde und wir diesen einfach aus verschiedenen Perspektiven und sehr detailliert erleben würden. Aber nein, es gibt Zeitsprünge. Und trotzdem kann man immer wieder zu diesem Samstag im August zurückkehren. Er wird zu einem Anker, einem Anhaltspunkt, einem Bezugspunkt, der sich durch die Geschichte zieht.
Im Buch lernen wir drei Geschwister kennen, und mit ihnen ihre Ehepartner, Kinder, ihre Mutter und noch viele weitere Menschen, die zur Familie Wortmann gehören. Dadurch bekommt man einen Einblick in ein ganz alltägliches Familienleben: echt, unverwaschen, nahbar und unverstellt.
Mit der Er-/Sie-Erzählperspektive hatte ich zu keiner Zeit zu kämpfen, obwohl ich mich damit normalerweise etwas schwertue. Der Schreibstil hatte mich dabei nämlich sofort im Bann. Besonders schön fand ich, wie sich die einzelnen Kapitel und Perspektiven immer wieder aufeinander beziehen. Erlebnisse und Erzählungen werden aufgegriffen, bekommen im weiteren Verlauf neue Zusammenhänge und auch die Figuren sind auf vielfältige Weise miteinander verknüpft. Die unterschiedlichen Perspektiven unterscheiden sich dabei allerdings nicht immer so deutlich voneinander, sodass ich anhand des Schreibstils in der Regel nicht hätte erkennen können, um welche Perspektive es sich gerade handelt.
Besonders eindrücklich an dieser Erzählweise ist die Aufgliederung der Familie, die nicht nur nicht nur aus einzelnen Figuren besteht. Dadurch erstellt sich beim Lesen mit jeder weiteren Perspektive ein immer vollständigeres Bild. Was bei der einen Person vielleicht wie eine beiläufige Entscheidung wirkt, bekommt aus einer anderen Sicht plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Nach und nach entsteht so ein Geflecht aus gemeinsamen Erinnerungen, unterschiedlichen Wahrnehmungen und ganz persönlichen Lebensgeschichten. Gerade dadurch wird deutlich, wie sehr wir von den Menschen geprägt werden, die uns begleiten und wie unterschiedlich ein und dieselbe Familie von ihren einzelnen Mitgliedern erlebt werden kann.
Dabei geht es nicht um das perfekte Familienleben, sondern gerade um all das, was sich hinter einer vermeintlich normalen Fassade verbirgt: stressige Alltage, unerfüllte Erwartungen, vergangene Wünsche und Träume, Neid und Vergleiche, aber auch Verständnis, Zusammenhalt und Rückhalt. Jeder der Charaktere trägt seine eigene Geschichte mit sich, wurde von anderen Erfahrungen geprägt und steht an einem anderen Punkt im Leben.
Die Autorin hat damit ein Gefüge aus tiefschichtigen Charakteren geschaffen, die sich anhand eines roten Fadens in der Geschichte entwickeln können und dem Leser zeigen, dass man in jedem Alter noch zu neuen Erkenntnissen gelangen und seinen Blick auf das Leben verändern kann.
Die Geschichte beginnt an einem Samstag im August. Zuerst war ich tatsächlich etwas verwundert und habe mich gefragt, ob sich wohl das gesamte Buch an diesem einen Tag festhalten würde und wir diesen einfach aus verschiedenen Perspektiven und sehr detailliert erleben würden. Aber nein, es gibt Zeitsprünge. Und trotzdem kann man immer wieder zu diesem Samstag im August zurückkehren. Er wird zu einem Anker, einem Anhaltspunkt, einem Bezugspunkt, der sich durch die Geschichte zieht.
Im Buch lernen wir drei Geschwister kennen, und mit ihnen ihre Ehepartner, Kinder, ihre Mutter und noch viele weitere Menschen, die zur Familie Wortmann gehören. Dadurch bekommt man einen Einblick in ein ganz alltägliches Familienleben: echt, unverwaschen, nahbar und unverstellt.
Mit der Er-/Sie-Erzählperspektive hatte ich zu keiner Zeit zu kämpfen, obwohl ich mich damit normalerweise etwas schwertue. Der Schreibstil hatte mich dabei nämlich sofort im Bann. Besonders schön fand ich, wie sich die einzelnen Kapitel und Perspektiven immer wieder aufeinander beziehen. Erlebnisse und Erzählungen werden aufgegriffen, bekommen im weiteren Verlauf neue Zusammenhänge und auch die Figuren sind auf vielfältige Weise miteinander verknüpft. Die unterschiedlichen Perspektiven unterscheiden sich dabei allerdings nicht immer so deutlich voneinander, sodass ich anhand des Schreibstils in der Regel nicht hätte erkennen können, um welche Perspektive es sich gerade handelt.
Besonders eindrücklich an dieser Erzählweise ist die Aufgliederung der Familie, die nicht nur nicht nur aus einzelnen Figuren besteht. Dadurch erstellt sich beim Lesen mit jeder weiteren Perspektive ein immer vollständigeres Bild. Was bei der einen Person vielleicht wie eine beiläufige Entscheidung wirkt, bekommt aus einer anderen Sicht plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Nach und nach entsteht so ein Geflecht aus gemeinsamen Erinnerungen, unterschiedlichen Wahrnehmungen und ganz persönlichen Lebensgeschichten. Gerade dadurch wird deutlich, wie sehr wir von den Menschen geprägt werden, die uns begleiten und wie unterschiedlich ein und dieselbe Familie von ihren einzelnen Mitgliedern erlebt werden kann.
Dabei geht es nicht um das perfekte Familienleben, sondern gerade um all das, was sich hinter einer vermeintlich normalen Fassade verbirgt: stressige Alltage, unerfüllte Erwartungen, vergangene Wünsche und Träume, Neid und Vergleiche, aber auch Verständnis, Zusammenhalt und Rückhalt. Jeder der Charaktere trägt seine eigene Geschichte mit sich, wurde von anderen Erfahrungen geprägt und steht an einem anderen Punkt im Leben.
Die Autorin hat damit ein Gefüge aus tiefschichtigen Charakteren geschaffen, die sich anhand eines roten Fadens in der Geschichte entwickeln können und dem Leser zeigen, dass man in jedem Alter noch zu neuen Erkenntnissen gelangen und seinen Blick auf das Leben verändern kann.