Komplexe Konstrukte, die wir Familie nennen
Elvira und Jobst sind ein mehr oder weniger kriselndes Endfünfziger-Ehepaar, ihre Kinder bereits flügge. Auf der Heimreise vom Urlaub laden sie spontan ein junges Pärchen auf, deren Fahrzeug liegengeblieben ist. Unbeabsichtigt geraten sie dabei in ein Familiendrama. Es stellt sich heraus, dass in der Familie der gestrandeten Frau das Unausprechliche geschehen ist und die jahrelang gehütete Bombe explodiert ausgerechnet an diesem Tag, vor fremden Leuten. Elvira ist ausser sich und lässt sich zur einer Tat hinreissen. Doch nicht nur Elviras Welt gerät mit diesen Ereignissen aus den Fugen. Auch die übrigen weiblichen Familienmitglieder sind seit dem unglücklichen Wochenende gezwungen, ihren Platz in der Familie und ihre Bestimmung im Leben neu zu verorten. Lange verschwiegene Geheimnisse steigen an die Oberfläche und es bleibt für die Protagonistinnen kein Stein auf dem anderen.
Mit empathischem Gespür für alle feinen Zwischentöne seziert die Autorin gekonnt die Verwerfungen von Familien und zeigt gnadenlos ehrlich die Frakturstellen langjähriger Partnerschaften auf. Ihre scharfe Beobachtungsgabe und behutsame Sprache schliessen wie von selbst auch alles Ungesagte mit ein. Die Figuren haben eine grosse Strahlkraft, in jede Person konnte ich mich mühelos hineinversetzen. Mit leisen, aber liebevollen Worten kreiert sie ein bewegendes Werk über Wurzeln, Sehnsüchte, Emanzipation, dem Älterwerden und unser tiefes Verlangen, geliebt zu werden.
Mit empathischem Gespür für alle feinen Zwischentöne seziert die Autorin gekonnt die Verwerfungen von Familien und zeigt gnadenlos ehrlich die Frakturstellen langjähriger Partnerschaften auf. Ihre scharfe Beobachtungsgabe und behutsame Sprache schliessen wie von selbst auch alles Ungesagte mit ein. Die Figuren haben eine grosse Strahlkraft, in jede Person konnte ich mich mühelos hineinversetzen. Mit leisen, aber liebevollen Worten kreiert sie ein bewegendes Werk über Wurzeln, Sehnsüchte, Emanzipation, dem Älterwerden und unser tiefes Verlangen, geliebt zu werden.