Leider etwas zu kurz geratene Familiengeschichte mit Tiefgang
In ihrem Romandebüt „Ein Samstag im August“ kreiert Birgit Bachmann ausgehend von einigen Ereignissen an einem Wochenende im Hochsommer in Norddeutschland eine Familiengeschichte, ja besser gesagt ein kleines Drama. Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven, und da kommt schon der erste Kritikpunkt, für meinen Geschmack waren es einfach zu viele. Es berichten die Protagonisten aus ihrer Sicht, und ich war lange Zeit verwirrt angesichts der kapitelweise wechselnden Darstellungen, auch wenn nach und nach die einzelnen Handlungsstränge zusammen geführt werden. Eigentlich finde ich so eine Herangehensweise oft spannend und abwechslungsreich, aber hier war es einfach für meinen Geschmack zu viel des Guten. Berichtet wird von den fast ausschließlich Frauen der Familie über zahlreiche Vorkommnisse und erlebte Traumata, kaum etwas wird ausgelassen, Missbrauch, Ehebruch und vieles mehr. Dabei finde ich, dass die einzelnen Themen oft zu kurz kommen und es verdient hätten, ausführlicher behandelt zu werden, das Buch hätte mindestens 100 Seiten länger sein können. Der Schreibstil von Birgit Bachmann hat mir gut gefallen, auch wenn es den einzelnen Charakteren ein bisschen an Schärfe fehlt. Auch das wirklich Sommerliche habe ich nicht so richtig gespürt. Das Cover finde ich ansprechend gestaltet, eine 100% Leseempfehlung kann ich nicht unbedingt aussprechen, auch wenn ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Trotzdem wünsche ich mir, dass sich jeder seine eigene Meinung bildet, denn oft sind Geschmäcker ja auch verschieden -Gottseidank!