Man kann Menschen nur VOR den Kopf schauen….

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dankeanke Avatar

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⭐⭐⭐✨ (3,5 von 5 Sternen)

Ein Samstag im August ist kein klassischer Sommerroman, sondern vielmehr ein ruhiges Familiendrama, das in Norddeutschland spielt und von den Geschichten erzählt, die Menschen miteinander verbinden – und manchmal auch voneinander trennen.

Birgit Bachmann schreibt sehr bildhaft und mit einer angenehmen Ruhe. Ich hatte oft das Gefühl, die Landschaften und die Stimmung direkt vor mir zu sehen. Besonders gefallen hat mir, dass die Kapitel zwischen den verschiedenen Figuren wechseln. Das mag ich ohnehin sehr, weil man die Ereignisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln erlebt.

Vor allem die Frauenfiguren werden intensiv beleuchtet und bekommen viel Raum für ihre Gedanken, Gefühle und ihre ganz persönlichen Geschichten. Einzig Milian, der Bruder, hätte für meinen Geschmack etwas mehr Tiefe bekommen dürfen. Da hätte ich gern noch mehr erfahren.

Das Buch verzichtet auf unnötige Dramatik – und genau das hat mir gefallen. Nicht jede Reaktion der Figuren konnte ich persönlich nachvollziehen, aber genau das macht Geschichten manchmal auch authentisch. Im echten Leben verstehen wir schließlich auch nicht immer jede Entscheidung anderer Menschen.

Besonders gelungen fand ich, wie Birgit Bachmann die einzelnen Handlungsstränge nach und nach miteinander verknüpft. Am Ende bleibt für mich vor allem ein Gedanke hängen: Wir schauen Menschen oft nur vor den Kopf. Jeder trägt seine eigene Geschichte, seine Gefühle und manchmal auch Geheimnisse mit sich herum – ohne dass wir sie kennen.

Ein ruhiger, nachdenklicher Roman für alle, die Familiengeschichten und fein erzählte Charaktere mögen.