Sehr lesenswert

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taina Avatar

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Ein gelungener Kriminalroman! Hier wird ohne unnötige Brutalität ein Fall gelöst, der offenkundig zu sein scheint, der tragische Unfalltod eines Siebzehnjährigen, verursacht durch Übermut, Alkohol und Drogen. Doch irgendetwas stimmt nicht.
Detective Sergeant Smith sollte nach dem Willen seines Vorgesetzten in Ruhestand gehen, sind seine Methoden doch oft unbequem und er hält sich nicht immer an die Vorschriften. Smith ist scharfsinnig und ermittelt ruhig, ihm sind genaues Aktenstudium, Befragungen und Überlegungen wichtiger als schnelle Ergebnisse.
Ihm wird ein sehr junger Kollege, Christopher Waters, zugeteilt, den er mit der Polizeiarbeit vertraut machen soll. Smith ist zunächst wenig begeistert von dieser Idee. Seine Kollegen halten eine weitere Untersuchung ohnehin für überflüssig. Der Tod des Jungen weist für Smith jedoch einige Ungereimtheiten auf und er beginnt, akribisch zu ermitteln. Nie verliert er dabei die Tragik aus den Augen, geht empathisch mit den Zeugen um und erweist den Menschen Respekt. Ein Kommissar mit einem Charakter, der ihn interessant und liebenswert macht.
Waters zeigt sich als begabter und loyaler Kollege und Smith beginnt schließlich auch, den digitalen Vorsprung, den der Jüngere ihm gegenüber hat, zu schätzen und zu nutzen. Letztlich weist der Fall sehr viel größere Dimensionen auf, als vermutet worden war.
Da die Methoden und taktischen Züge von Smith oft weder für Waters noch für die Leser/innen unmittelbar nachvollziehbar sind, teilt der Kommissar seine Überlegungen und Schlüsse dem jungen Kollegen und damit auch uns mit. Einerseits ein geschickter Kunstgriff, um den auktorialen Erzähler nicht zu sehr in den Vordergrund zu stellen, andererseits entwickelt sich so eine interessante Beziehung zwischen den beiden. Smith bekundet Waters, der sein Sohn sein könnte, großes Vertrauen und aus dem zunächst recht ungleichen Paar entsteht ein gutes Team. Waters‘ Ermittlungsergebnisse bringen ebenfalls Bewegung in den Fall.
Vieles über die handelnden Personen ist den Dialogen zu entnehmen, dabei kommen auch Ironie, Spott und Humor nicht zu kurz. Anspielungen auf Sherlock Holmes‘ ikonische Kopfbedeckung sind nicht zufällig, aber auch die Kunst des Edgar Allan Poe klingt hier an.
Das ist ein Buch, das sich nicht zum schnellen Lesen eignet, will man in den Genuss der akribischen Ermittlungsarbeit und der geschickten Konstruktion kommen. Aber es ist eine sehr lohnenswerte, unterhaltsame Lektüre für alle, die gut gemachte Kriminalromane schätzen.