Spannender Krimi!

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matteo19 Avatar

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Ein unglücklicher Tod“ von Peter Grainger (im Original An Unfortunate Death) ist ein klassischer, feinsinniger Kriminalroman britischer Schule, der weniger auf Schockeffekte und vielmehr auf psychologische Tiefe, präzise Ermittlungsarbeit und eine starke Hauptfigur setzt. Der Auftakt der DC-Smith-Reihe entpuppt sich als meisterhaft entschleunigtes Porträt eines eigenwilligen Ermittlers und wirft tiefgründige Fragen über das Justizsystem auf.Die Handlung beginnt im beschaulichen Kings Lake in der Grafschaft Norfolk. Nach einem internen Ermittlungsverfahren würden die Vorgesetzten den gealterten Detective Constable Smith am liebsten in den Ruhestand drängen. Er gilt als zu eigensinnig, zu melancholisch und zu unlesbar. Doch Smith denkt gar nicht daran aufzugeben. Man teilt ihm einen vermeintlichen Routinefall zu, um ihn zu beschäftigen: Der siebzehnjährige Wayne Fletcher ist ertrunken – scheinbar ein unglücklicher Unfall. Gleichzeitig soll Smith den jungen, unerfahrenen Kollegen Chris Waters einarbeiten. Während die Polizei den Fall schnell ad acta legen will, stößt Smith durch seine pedantische und intuitive Art auf Ungereimtheiten, die weit in die Abgründe der lokalen Gemeinschaft führen.Die größte Stärke des Romans ist zweifellos die Figur des DC Smith. Er ist kein typisch kaputter, daueralkoholisierter Ermittler, sondern ein Mann von ruhiger Würde, scharfem Verstand und trockenem, typisch britischem Humor. Seine feine Ironie und die subtilen Wortgefechte mit Kollegen und Verdächtigen machen den Roman zu einem sprachlichen Genuss. Auch die Einarbeitung des jungen Kollegen Waters bringt eine wunderbare, fast väterliche Dynamik in die Geschichte. Grainger beweist ein enormes Gespür für Zwischentöne und zeichnet das ländliche Norfolk atmosphärisch, unaufgeregt und absolut glaubwürdig.Wer einen rasanten Action-Thriller mit hohem Bodycount sucht, könnte das Pacing hier allerdings als zu langsam empfinden. Der Kriminalfall entfaltet sich gemächlich, fast schon meditativ. Es gibt keine wilden Verfolgungsjagden, sondern echte Polizeiarbeit: Befragungen, das Vergleichen von Aussagen und das geduldige Puzzeln von Details. Die Spannung speist sich nicht aus unmittelbarer Gefahr, sondern aus der psychologischen Demontage der Fassaden der Beteiligten und Smiths unnachgiebiger Suche nach der Wahrheit.Als Fazit ist „Ein unglücklicher Tod“ eine absolute Entdeckung für Liebhaber von anspruchsvollen "Whodunits" im Stile von Inspector Barnaby oder den Werken von Ann Cleeves. Das Buch besticht durch eine wunderbare Sprache, einen tiefgründigen Helden und eine kluge Story, die zeigt, dass die größten Dramen oft im Stillen stattfinden.