Bissig, ehrlich, unbequem

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Das Cover von Ein unheimlich guter Mensch fällt sofort auf: modern, schräg und ein bisschen provokant. Die Mischung aus historisch wirkendem Outfit, Kopfhörern und Smartphone passt wunderbar zu dem ungewöhnlichen, ironischen Ton der Leseprobe.
Der Schreibstil hat mich direkt gepackt. Kirsten King erzählt scharfzüngig, sehr direkt und mit einem bitterbösen Humor, der gleichzeitig unterhaltsam und entlarvend ist. Lillian ist keine einfache Figur, aber gerade deshalb spannend: verletzlich, neidisch, wütend, einsam und oft unangenehm ehrlich in ihren Gedanken.
Besonders gut gefällt mir, dass die Leseprobe nicht versucht, die Hauptfigur sofort sympathisch darzustellen. Stattdessen entsteht Spannung daraus, wie weit Lillian gehen wird, um geliebt, gesehen und endlich dazuzugehören. Schon der Prolog im Zoo zeigt, dass in ihr etwas Dunkles und Unkontrolliertes steckt.
Ich würde das Buch gerne weiterlesen, weil es klug, böse, witzig und psychologisch interessant wirkt – eine Geschichte über Sehnsucht, Selbsttäuschung und die Frage, was es eigentlich heißt, ein guter Mensch zu sein.