Eine besondere Protagonistin

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dina2803 Avatar

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Ein unheimlich guter Mensch macht in der Leseprobe vor allem deshalb neugierig, weil sich schon früh andeutet, dass die Beziehung zwischen Lily und Henry nicht dauerhaft in diesem fragilen Gleichgewicht bleiben kann. Henry wird im Buch direkt mit Bill Hader verglichen und Lily beschreibt sich selbst als billige Version von Chappell Roan. Gerade solche konkreten Bezüge sorgen dafür, dass man sofort ein Bild der Figuren vor Augen hat und ihre Dynamik noch greifbarer wirkt.

Besonders spannend ist Lilys innere Zerrissenheit. Obwohl sie sich fest vorgenommen hat, dass diese Beziehung endlich halten soll, scheint sie dafür immer mehr von sich selbst aufzugeben. Sie akzeptiert, dass Henry sie fast nur abends sehen möchte, ordnet ihre eigenen Bedürfnisse unter und versucht mit aller Kraft, die perfekte und unkomplizierte Freundin zu sein. Dadurch entsteht schon in der Leseprobe das Gefühl, dass sich ihre Unsicherheit und ihr Bedürfnis nach Bestätigung irgendwann nicht mehr kontrollieren lassen.

Gerade deshalb macht der im Klappentext angekündigte große Umbruch neugierig. Interessant ist vor allem die Frage, wie sich Lillys Persönlichkeit entwickelt. Die Leseprobe deutet jedenfalls an, dass ihre persönliche Entwicklung eine zentrale Rolle spielen wird und dass der eigentliche Konflikt zwischen Lily und ihrem eigenen Selbstbild stattfindet.

Der Roman wirkt dadurch mehr wie eine psychologische Beobachtung darüber, wie Menschen sich aus Angst vor Verlust selbst verändern. Genau das macht die Geschichte gleichzeitig unangenehm, emotional nachvollziehbar und sehr interessant für den weiteren Verlauf.