Charakter mit Potential in einer anderen Geschichte

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atropa77 Avatar

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„Ein unheimlich guter Mensch“ von Kirsten King hat mich mit einer interessanten Grundidee neugierig gemacht: Lilien erfährt nach dem Tod ihres ersten großen Freundes, dass er ein Doppelleben geführt hat und sie letztlich nur die Geliebte war. Dieses Geheimnis sorgt für Spannung und einige überraschende Wendungen.

Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin mit Kirsten King einen originellen und durchaus unterhaltsamen Charakter geschaffen hat. Allerdings hätte ich mir diese Figur in einer anderen Geschichte gewünscht. Die Hauptfigur Lilien war für mich schwer greifbar, da sie sich oft als Mittelpunkt der Welt sieht und dadurch wenig authentisch wirkt.

Der Roman enthält einige amüsante Szenen und verspricht zu Beginn viel Humor. Leider wurden viele dieser Ansätze erst sehr spät oder nicht ganz so überzeugend aufgegriffen. Zudem wirkten auf mich zahlreiche Situationen stark überzogen und teilweise unrealistisch, sodass ich mich nicht immer in die Handlung hineinversetzen konnte.

Insgesamt war das Buch für mich eine solide Unterhaltung mit interessanter Ausgangsidee, einigen humorvollen Momenten und einer ungewöhnlichen Figurenkonstellation. Wer überspitzte Charaktere und dramatische Wendungen mag, könnte daran durchaus Freude haben. Für mich blieb jedoch zu viel unrealistisch, weshalb ich 3 von 5 Sternen vergebe.