Eine Protagonistin zum Kopfschütteln und Mitfühlen

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juliareads Avatar

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„Ein unheimlich guter Mensch“ hat mich wirklich überrascht und ist für mich ein außergewöhnlicher Roman, der sich deutlich von vielen anderen Büchern abhebt. Besonders der bissige, schwarzhumorige Schreibstil der Autorin hat mir gefallen.

Lillian ist alles andere als eine sympathische Hauptfigur. Sie ist egoistisch, manipulativ und wirkt oft völlig rücksichtslos. Trotzdem hat sie mich fasziniert. Während des Lesens war ich in einem ständigen Wechselbad der Gefühle: In manchen Momenten empfand ich tatsächlich Mitleid mit ihr und konnte ihre Verletzlichkeit erahnen, nur um kurz darauf wieder fassungslos über ihre Aussagen oder ihr Verhalten zu sein. Genau das macht sie für mich zu einer gelungenen Antiheldin.

Die Geschichte lebt davon, dass man Lillian nie ganz durchschauen kann. Man versteht ihre Gedanken, ohne ihre Entscheidungen gutzuheißen, und wird immer wieder dazu gebracht, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen.

Insgesamt ist „Ein unheimlich guter Mensch“ ein mutiger, ungewöhnlicher Roman mit einer Protagonistin, die polarisiert und gerade deshalb im Gedächtnis bleibt. Wer Figuren mit Ecken und Kanten mag und schwarzen Humor zu schätzen weiß, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben.