Schräg, bitterböse und unglaublich lustig

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alina_liest07 Avatar

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Lilian ist Ende zwanzig, lebt in Boston und arbeitet im Marketing. Sie zeigt schon früh durchaus mörderische Tendenzen und hält sich darüber hinaus selbst für den wohl interessantesten und spannendsten Menschen der Welt. Doch bevor auch ihre Situationship Henry das erkennen kann und endlich ihr fester Freund wird, ist er bereits tot und Lilian steckt mitten im Chaos.

Mit Lilian hat die Autorin eine der unzuverlässigsten, schrägsten und unsympathischsten Antiheldinnen erschaffen, die mir seit Langem begegnet ist. Sie bringt einen ganzen Berg an Problemen mit — das größte davon vermutlich sie selbst. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat mich diese absolute „love-to-hate“-Figur mit ihrem enormen Selbstbezug und Narzissmus hervorragend unterhalten.

„Ein unheimlich guter Mensch“ ist bitterböse, provokant und voller scharfer Beobachtungen. Auch die vielen popkulturellen Anspielungen haben perfekt zum Ton der Geschichte gepasst und mich mehrfach zum Lachen gebracht.
Gleichzeitig kommen auch ernste Themen wie sexuelle Gewalt, Drogenmissbrauch und toxische Beziehungen nicht zu kurz. Besonders gelungen fand ich, wie die Autorin diese Ambivalenzen einfängt und das richtige Maß zwischen Humor, Spannung und Tiefgang findet.

Fazit: „Ein unheimlich guter Mensch“ hat mich vor allem unheimlich gut unterhalten. Für mich eine kurzweilige, moderne und herrlich bissige Lektüre mit einer Protagonistin, die man eigentlich furchtbar findet— und von der man dennoch wissen will wie es mit ihr weitergeht.
Tolles Debüt und große Leseempfehlung!