Weird, kurzweilig, intensiv!
"Nein Mann, DU verlässt mich jetzt nicht einfach so! Ich hab investiert in dich, und..."
Uff. Lillian ordnet menschliche Beziehungen ein wie andere Leute ihre Steuererklärung. Für ein Investment will sie 'ne Auszahlung. Am liebsten in Form von „mein Mann, mein Auto, mein Haus, mein Boot“. Und als Leser*in fragt man sich schnell, ob das wirklich ihr Ziel ist – oder ob sie selbst feststeckt im Normenkorsett, gegen das sie eigentlich permanent anrennt.
Von der ersten Seite an steckt man in ihrem Kopf fest. Kein gemütlicher Ort... Lillian ist narzisstisch, egozentrisch, voller Selbstmitleid und gleichzeitig überzeugt davon, die interessanteste Person im Raum, und eigentlich: DER WELT zu sein. (konnte sich mein 20-jähriges Ich manchmal ein bisschen mit ihr identifizieren? Ich muss gestehen: ja......) Sie verdreht Situationen, biegt sich Wahrheiten zurecht und findet äußerst kreative Wege, Verantwortung von sich zu schieben. Das ist beim Lesen stellenweise schwer auszuhalten, gerade weil Kirsten King diese Gedankenwelt so konsequent erzählt. Man erlebt jede Kränkung, jede Rechtfertigung und jede absurde Schlussfolgerung unmittelbar mit.
Als Henry, Lillians Situationship, sie unerwartet abserviert, rutscht sie nach einem betrunkenen Abend und einigen besonders fragwürdigen YouTube-Rabbitholes in die schwarze Magie ab: ein Schadenszauber soll ihm ein bisschen Pech bescheren. Und am nächsten Tag ist Henry tatsächlich tot.
Was folgt, ist eine chaotische Ermittlung voller Selbstbetrug, Fehleinschätzungen und Situationen, die immer weiter eskalieren. Das Geniale an diesem Roman ist, dass Lillian trotz allem funktioniert. Eigentlich ist sie furchtbar. Wirklich furchtbar. Und trotzdem entwickelt man eine gewisse Sympathie für sie. Nicht weil sie besonders liebenswert wäre, sondern weil hinter ihrem Größenwahn, ihrer Opfermentalität und ihrem permanenten Kreisen um sich selbst eine zutiefst rastlose Frau steckt. Die Geschichte ist schräg, verwirrend, beklemmend, schmerzhaft, intensiv und dabei wahnsinnig unterhaltsam. Der Humor ist bissig, manchmal richtig böse, und trifft immer wieder auf Momente, die - je nach eigenem Gusto- mal weniger, mal sehr wehtun. Diese Mischung hat für mich hervorragend funktioniert. Und dann dieses Ende... Falls ihr etwas weirdes, kurzweiliges, intensives, aber trotz allem enorm spaßiges für den nächsten Urlaub sucht: das ist euer Buch! Eine ziemlich gute Geschichte über einen vielleicht nicht ganz so guten Menschen.
Uff. Lillian ordnet menschliche Beziehungen ein wie andere Leute ihre Steuererklärung. Für ein Investment will sie 'ne Auszahlung. Am liebsten in Form von „mein Mann, mein Auto, mein Haus, mein Boot“. Und als Leser*in fragt man sich schnell, ob das wirklich ihr Ziel ist – oder ob sie selbst feststeckt im Normenkorsett, gegen das sie eigentlich permanent anrennt.
Von der ersten Seite an steckt man in ihrem Kopf fest. Kein gemütlicher Ort... Lillian ist narzisstisch, egozentrisch, voller Selbstmitleid und gleichzeitig überzeugt davon, die interessanteste Person im Raum, und eigentlich: DER WELT zu sein. (konnte sich mein 20-jähriges Ich manchmal ein bisschen mit ihr identifizieren? Ich muss gestehen: ja......) Sie verdreht Situationen, biegt sich Wahrheiten zurecht und findet äußerst kreative Wege, Verantwortung von sich zu schieben. Das ist beim Lesen stellenweise schwer auszuhalten, gerade weil Kirsten King diese Gedankenwelt so konsequent erzählt. Man erlebt jede Kränkung, jede Rechtfertigung und jede absurde Schlussfolgerung unmittelbar mit.
Als Henry, Lillians Situationship, sie unerwartet abserviert, rutscht sie nach einem betrunkenen Abend und einigen besonders fragwürdigen YouTube-Rabbitholes in die schwarze Magie ab: ein Schadenszauber soll ihm ein bisschen Pech bescheren. Und am nächsten Tag ist Henry tatsächlich tot.
Was folgt, ist eine chaotische Ermittlung voller Selbstbetrug, Fehleinschätzungen und Situationen, die immer weiter eskalieren. Das Geniale an diesem Roman ist, dass Lillian trotz allem funktioniert. Eigentlich ist sie furchtbar. Wirklich furchtbar. Und trotzdem entwickelt man eine gewisse Sympathie für sie. Nicht weil sie besonders liebenswert wäre, sondern weil hinter ihrem Größenwahn, ihrer Opfermentalität und ihrem permanenten Kreisen um sich selbst eine zutiefst rastlose Frau steckt. Die Geschichte ist schräg, verwirrend, beklemmend, schmerzhaft, intensiv und dabei wahnsinnig unterhaltsam. Der Humor ist bissig, manchmal richtig böse, und trifft immer wieder auf Momente, die - je nach eigenem Gusto- mal weniger, mal sehr wehtun. Diese Mischung hat für mich hervorragend funktioniert. Und dann dieses Ende... Falls ihr etwas weirdes, kurzweiliges, intensives, aber trotz allem enorm spaßiges für den nächsten Urlaub sucht: das ist euer Buch! Eine ziemlich gute Geschichte über einen vielleicht nicht ganz so guten Menschen.