Wenn Rache schiefgeht und alles trotzdem Sinn ergibt

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backlistbaddie Avatar

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"Ein unheimlich guter Mensch" von Kirsten King ist Lillian, die nach einer gescheiterten Situationship nicht so richtig loslassen kann. Statt drüber hinwegkommen, entscheidet sie sich eher für die chaotische Variante und zieht eine Aktion durch, die man definitiv nicht mehr als gesunden Liebeskummer verbuchen kann. Ab da kippt alles ziemlich schnell in etwas, das irgendwo zwischen Rachetrip und psychologischem Absturz liegt.

Lillian selbst ist dabei keine Figur, die man automatisch feiern würde. Eher das Gegenteil. Sie ist impulsiv, oft unangenehm ehrlich und trifft Entscheidungen, bei denen man innerlich ständig „bitte nicht!“ denkt. Und trotzdem bleibt man dran, genau weil sie so unperfekt und schwer greifbar ist. Dieses ständige Hin und Her zwischen Fremdscham und Faszination macht das Ganze ziemlich süchtig zu lesen.

Der Schreibstil ist direkt, modern und ziemlich frech, wodurch man nur so durch die Seiten fliegt. Gleichzeitig steckt zwischen den ironischen Momenten und dem ganzen Chaos auch eine Menge über Beziehungen, Erwartungen und dieses Gefühl, sich selbst manchmal komplett zu verlieren, ohne es sofort zu merken.

Am Ende bleibt ein Roman, der nicht nett sein will und genau deshalb funktioniert. Skurril, bissig, manchmal unangenehm, aber schwer wieder aus dem Kopf zu bekommen. Wenn man Figuren mag, die komplett aus der Reihe tanzen und Geschichten, die eher eskalieren als sich ordentlich auflösen, dann ist das hier genau das Richtige!