Zwischen Fremdscham und Wiedererkennen

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“Ein unheimlich guter Mensch“ von Kirsten King ist ein bissig-satirischer Einblick in die Perspektive von Lillian, einer Protagonistin, die man definitiv nicht zur besten Freundin hätte.
Sie erinnert an Charaktere aus „Girls“, die ebenfalls nicht durchwegs liebenswert, aber gerade dadurch erschreckend real wirkten.

Lillian wirkt wie ein tragisches „Pick-me-Girl“, das sich für andere verbiegt und am Ende an der eigenen Wut scheitert. Wie bei einem Autounfall kann man nicht wegschauen, gespannt, in welche Absurdität sie als Nächstes abdriftet.

Ein Satz, der mir im Kopf blieb und den Stil und Lillian gut beschreibt: „Jamie und ich waren beide immer noch Single. Wir waren wie benutzte Kondome auf der Meeresoberfläche, wir trieben umher ohne klares Ziel.“

Trotz der schwierigen Figur habe ich mich oft in meinen eigenen Zwanzigern wiedergefunden. Es war tragisch, witzig und schlicht nicht aus der Hand zu legen.