Positiv empörend. Stark.

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aerdna Avatar

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Nach der Leseprobe bin ich dankbar, dass mir gegenüber noch nie jemand nach einer Beerdigung bewertet hat, wie ich aussah oder gewirkt habe.
Ist sowas heute >normal< ?! Erleben das auch Männer - oder werden nur Frauen selbst in solch einem schmerzhaften Moment noch analysiert, verglichen, betitelt?
Christien Brinkgreve beschreibt, dass ihr die einzigen Worte, die sie fähig gewesen wäre auf der Beerdigung zu sagen - dass der Mann und Vater es ihnen nicht leicht gemacht, sie ihn aber trotzdem geliebt haben - von einer Freundin abgesprochen worden seien - „Das geht nicht, dann sagst du besser nichts.“
Wieso eigentlich nicht?!
Ein ganzes Leben stillschweigen, fremdbestimmt, selbst noch nach dem Tod?!
Durch all diese - interessanterweise vorwiegend weiblichen - Meinungen?!
Ich frage mich, wie ihr weiterer Prozess ausgesehen haben, welche Erkenntnisse sie für sich gewonnen haben mag.
Das Cover finde ich sehr hübsch. Der Bezug zur Umdekoration des Hauses - Christien Brinkgreve räumt endlich sich selbst (wieder) in ihr Haus! Großartig, ich werd's lesen.