Trauerarbeit zwischen Kisten, Erinnerungen und Selbstsuche

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piet1990 Avatar

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Die Leseprobe ist ruhig, sehr persönlich und stellenweise ziemlich schwer auszuhalten – im guten Sinn. Christien Brinkgreve schreibt offen über den Tod ihres Mannes, das gemeinsame Haus und all die Dinge, die bleiben: Möbel, Zettel, Erinnerungen, aber auch Wut, Schuld und ungeklärte Fragen. Der Text fühlt sich weniger wie ein klassischer Roman an, eher wie ein ehrliches Nachdenken auf Papier. Man folgt ihren Gedanken beim Aufräumen und merkt schnell, dass es dabei um viel mehr geht als um Gegenstände: um Rollen, Abhängigkeiten und darum, wer man ohne den anderen eigentlich ist. Der Stil ist klar und unaufgeregt, verlangt aber Aufmerksamkeit und Zeit. Kein Buch für nebenbei, sondern eines, das langsam wirkt und lange nachhallt – besonders für Leser:innen, die sich für weibliche Lebensentwürfe, Liebe und Verlust interessieren.