Wenn eine Frau schonungslos "aufräumt" und Bilanz zieht in ihrem Leben
Ich bin begeistert von der Leseprobe! Es ist so hochemotional, schonend ehrlich und klug geschrieben, dass ich ganz traurig war, dass ich so schnell durch war mit den Seiten zu "Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen". Dies ist ein reifes Werk von Christien Brinkgreve, da bin ich mir ganz sicher. Die Qualität, wie sie beschreibt, ist schon eine Klasse für sich. Es geht um Christien, wie sie nach dem Tod des Mannes "aufräumt" - in ihrem Haus, in ihren Erinnerungen. Es ist eine Abrechnung, mit dem Leben in der Vergangenheit, in der sie sich als Frau irgendwo selbst verloren hat. Es ist eine mutige Rückschau auf das was war, ein Hinterfragen der eigenen Entscheidungen, und ein Neuanfang gleichsam. Doch wie wird dieser aussehen, nach dem "Aufräumen", innerlich wie äußerlich? Was mir gefällt, dass hier ein Thema mutig und offensiv angesprochen wird, dass viele Frauen betrifft, die irgendwann, meist nach dem Verlust des Partners, auf sich alleine gestellt sind. Und ja, es gibt sehr viele, die sich im Laufe der Partnerschaftsjahr so aufgegeben haben, dass sie sich selbst verloren habe. Ich persönlich bin gespannt, wie Christien diese Frage für sich beantwortet. Ob ihr ein Neuanfang gelingt, obschon sie ja auch bereits älter ist. Ich freue mich über dieses Buch, denn solche Werke dieser Art gibt es bedauerlicherweise nicht so häufig. Das Cover ist schön, ich kann es allerdings thematisch noch nicht so ganz zuordnen. Den Buchtitel finde ich geradezu genial.