Biografie einer Ehe

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annibanni Avatar

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Christien Brinkgreves Mann ist verstorben. Um der Trauer seines Tod etwas entgegenzusetzen, beginnt sie, das gemeinsame Haus zu entrümpeln. Gemeinsam mit dieser körperlich, wie emotional anstrengenden Aufgabe, gibt sie sich ein Jahr lang den Raum, über die vielen Jahren ihrer Ehe nachzudenken und die Erinnerungen zu reflektieren. In der ersten Phase ihrer Beziehung unterstützen sie sich vorbehaltlos, vor allem bestärkt Arend Christien auf ihrem ambitionierten Werdegang zu Professorin der Soziologie. Als die Kinder geboren werden, bleibt die Hausarbeit zunehmend an Christien hängen und sie muss den Spagat zwischen dem altem Rollenbild, Hausfrau und Mutter, und dem neu zu formenden Rollenbild der arbeitenden Frau und Mutter schaffen. Arend wird zunehmend unnahbarer, schweigsamer, missmutiger und mit dem Eintritt in die Rente bis zu seiner Bettlägerigkeit immer schwermütiger. Das schlägt sich auch im Haus nieder, denn es wird alles mögliche angesammelt und die Zimmer vollgestopft, dass das ganze Haus immer enger wird. Chriestien flüchtet sich in die Arbeit und fühlt sich zunehmend nur noch dort, mit ihren Kindern oder unter Freunden wohl.
Zunächst begann das Buch sehr interessant, der gehobene Schreibstil war dennoch gut zu lesen. Christien schreibt sehr klar und selbstreflektiert und setzt sich auf so vielfältige, umfassende Weise mit ihrer Ehe auseinander. Lediglich die Verweise auf ihre Arbeit, die ich inhaltlich sehr interessant, aber zu wissenschaftlich dargestellt fand, haben mich zu Beginn etwas gestört. Ungefähr nach zwei Dritteln des Buches, habe ich mich dann aber zunehmend schwer getan, da es doch mehrere Schleifen und Wiederholungen von Schuldzuweisungen, Rechtfertigungen und Erklärungen gab. Ich kann das Buch insgesamt nur eingeschränkt empfehlen.