Blieb leider weit hinter meinen Erwartungen zurück

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lisbethsalander Avatar

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Eigentlich hatte ich große Lust, dieses Buch zu lesen. Sowohl das ansprechende Cover, das leider in meinen Augen überhaupt nicht zum Inhalt passt, als auch der wirklich interessant klingende Klappentext hatten mich bei der Auswahl bestärkt. Im Mittelpunkt steht die Ehe der Autorin mit A., schon dass sie ihren jahrelangen Partner, den sie vermeintlich so sehr geliebt hat, nur mit einem abgekürzten Namen nennt, hat mich von Anfang an irritiert. Nach dem Tod von A. mistet die Protagonistin mit Hilfe ihrer Schwester das gemeinsame Haus aus und reflektiert dabei die Ehe, die sie, so mein Eindruck, in keiner Weise wirklich glücklich oder wenigstens zufrieden gemacht hat. Insgesamt hat die Frau, die nun quasi auf einen großen Teil ihres Lebens zurück blickt, fast nichts mit großer Überzeugung getan, obwohl sie immer wieder die enge Bindung an ihre Beruf betont, habe ich trotzdem das Gefühl gehabt, dass sie nicht wirklich dazu steht, dass sie sich seinerzeit für eine Doppelbelastung als Mutter und berufstätige Wissenschaftlerin entschieden hat. Die Beziehung zu A., ihrem Ehemann, ist alles andere als glücklich, er erkennt sie nicht an, respektiert sie nicht, hat wohl allgemein ein schwieriges Verhältnis zu Frauen, da seine Mutter und seine Schwestern früh gestorben sind, was Bindungsängste bei ihm hervorgerufen hat. Die Autorin entschuldigt sein Verhalten, obwohl sie selbst so sehr darunter gelitten hat. Warum trennte sie sich nicht irgendwann? Mich hat diese bedrückende Schilderung einer unglücklichen Ehe ziemlich runter gezogen, der Schreibstil war betont intellektuell, das wirkte stellenweise zu aufgesetzt. Auch für mich und meine Beziehung, mein Leben konnte ich hier keinerlei psychologische Hilfen daraus ziehen. Leider von mir keine wirkliche Leseempfehlung.