Der einstigen Liebe nachspüren

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timphilipp Avatar

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Dieses Buch hat es wirklich in sich, was vielleicht daran liegt, dass Autorin eine renommierte niederländische Soziologin ist. Es ist autobiografisch und die Autorin schreibt schonungslos über ihre langjährige Ehe mit ihrem kürzlich verstorbenen, von ihr stets nur „A“ betitelten Ehemann, der gleichfalls ein bekannter Intellektueller war. Nach seinem Tod erkennt sie, dass das gemeinsame Haus den Werdegang ihrer Beziehung wiederspiegelt. Es ist völlig heruntergekommen. So wie ihre Ehe, in der sich beide zusehends voneinander distanzierten und entfremdeten. Der Aufräumprozess im Haus soll ihr Klarheit verschaffen, wann die einstige Liebe verloren ging. Vor allem befasst sie sich mit der Auseinandersetzung darüber, wieso sie sich als studierte und selbstbewusste Frau ihrem schwierigen Mann untergeordnet hat und wieso ihr Mann so hat werden können, wie er war. Der eigentliche Text ist eine Aneinanderreihung von Erinnerungen und Gedanken. Die Erklärungen, die die Autorin für das Verhalten ihres Mannes gibt (z.B. der Verlust seiner Schwester im Kindesalter), kann ich nicht richtig nachvollziehen. Etwas störend fand ich die häufigen Inbezugnahmen auf Bücher, da ich diesen Quellen kaum nachgehen werde.