Die Sehnsucht hinter der Wut
In "Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen" erinnert sich die Niederländerin Christien Brinkgreve an ihren verstorbenen Ehemann, den Juristen und Journalisten Arend Jan Heerma van Voss. Christien Brinkgreve ist Professorin für Soziologie und Autorin, ihr Mann war Journalist, beide lebten in Amsterdam und die Autorin zeichnet ein sehr persönliches und komplexes Bild ihrer komplizierten Ehe.
Die Erzählung beginnt im März 2022 mit dem Begräbnis ihres Ehemanns, den sie in ihrem Buch „A“ nennt. Er verstirbt an Krebs und es hat mich sehr berührt, wie sehr er sich gegen dieses Gehenmüssen gesträubt hat. Die folgenden 42 Kapitel wechseln zwischen Erinnerungen und Gegenwart und unterstreichen damit das Aufräumen, die Ruhelosigkeit, das Verarbeiten der Trauer. Ich empfand das Buch als sehr anspruchsvoll, schonungslos ehrlich und klug. Christien Brikgreve beschreibt die Verwahrlosung des Hauses, in dem sich umfangreiche Sammlungen und Listen ihres Mannes befinden und das als gutes Symbol zum Zustand ihrer Ehe steht.
Mich faszinierte die Karriere von Brinkgreve, die innerhalb weniger Jahre promovierte, 2 Kinder bekommt und als Professorin für Frauenforschung arbeitet. Ihren Mann hat das offensichtlich nachhaltig verschreckt, Unterstützung im Haushalt hat sie von ihm nicht bekommen, er besteht auf die alten Rollenklischees. Brinkgreve musste an allen Fronten stark sein, damit steht sie stellvertretend für eine ganze Generation, die sich zwar beruflich ausleben durften, gleichzeitig aber im familiären Umfeld schön bescheiden im Hintergrund bleiben sollten. Brinkgreve schreibt, dass sie nicht gegen ihren Mann ankam und es braucht einen schmerzhaften Trauerprozess, um sich mit der komplizierten Persönlichkeit ihres Mannes und seiner Wahrnehmung ihrer Berufstätigkeit und ihrer Unabhängigkeit als Bedrohung zu versöhnen. Ich habe beim Lesen auch Parallelen zu meiner eigenen Ehe, zu meiner Rolle innerhalb der Familie, zu meinem eigenen Verhalten und Funktionieren gefunden und wurde dazu angeregt, darüber nachzudenken.
Auf das Buch muss man sich einlassen, das hier ist kein Roman, den man schnell mal zwischendurch liest. Aber wenn man sich die Zeit nimmt, trifft der Inhalt der Geschichte kraftvoll und mit voller Wucht jeden einzelnen Nerv. Mir ging das Buch richtig unter die Haut, auch wegen der Parallelen zu meinem eigenen Leben.
Die Erzählung beginnt im März 2022 mit dem Begräbnis ihres Ehemanns, den sie in ihrem Buch „A“ nennt. Er verstirbt an Krebs und es hat mich sehr berührt, wie sehr er sich gegen dieses Gehenmüssen gesträubt hat. Die folgenden 42 Kapitel wechseln zwischen Erinnerungen und Gegenwart und unterstreichen damit das Aufräumen, die Ruhelosigkeit, das Verarbeiten der Trauer. Ich empfand das Buch als sehr anspruchsvoll, schonungslos ehrlich und klug. Christien Brikgreve beschreibt die Verwahrlosung des Hauses, in dem sich umfangreiche Sammlungen und Listen ihres Mannes befinden und das als gutes Symbol zum Zustand ihrer Ehe steht.
Mich faszinierte die Karriere von Brinkgreve, die innerhalb weniger Jahre promovierte, 2 Kinder bekommt und als Professorin für Frauenforschung arbeitet. Ihren Mann hat das offensichtlich nachhaltig verschreckt, Unterstützung im Haushalt hat sie von ihm nicht bekommen, er besteht auf die alten Rollenklischees. Brinkgreve musste an allen Fronten stark sein, damit steht sie stellvertretend für eine ganze Generation, die sich zwar beruflich ausleben durften, gleichzeitig aber im familiären Umfeld schön bescheiden im Hintergrund bleiben sollten. Brinkgreve schreibt, dass sie nicht gegen ihren Mann ankam und es braucht einen schmerzhaften Trauerprozess, um sich mit der komplizierten Persönlichkeit ihres Mannes und seiner Wahrnehmung ihrer Berufstätigkeit und ihrer Unabhängigkeit als Bedrohung zu versöhnen. Ich habe beim Lesen auch Parallelen zu meiner eigenen Ehe, zu meiner Rolle innerhalb der Familie, zu meinem eigenen Verhalten und Funktionieren gefunden und wurde dazu angeregt, darüber nachzudenken.
Auf das Buch muss man sich einlassen, das hier ist kein Roman, den man schnell mal zwischendurch liest. Aber wenn man sich die Zeit nimmt, trifft der Inhalt der Geschichte kraftvoll und mit voller Wucht jeden einzelnen Nerv. Mir ging das Buch richtig unter die Haut, auch wegen der Parallelen zu meinem eigenen Leben.