Durchgearbeitete Trauer
Das sehr schöne Cover und die Leseprobe hatten mich gleichermaßen gefangen genommen. Da ich selbst gerade ein Haus ausräumen muss - wenn auch in anderer Konstellation - wurde ich sehr angezogen von einer Auseinandersetzung mit dem, was das Haus mit den Menschen macht, den Lebenden und Toten, den Gegenwärtigen und den Erinnerten.
Dabei habe ich mir dieses Buch etwas literarischer vorgestellt (und wohl auch gewünscht). Es ist dann doch sehr dokumentarisch, arbeitet die Ehejahre der Autorin nach dem Verlust des Partners durch, sieht viel Schatten, wo irgendwann einmal Licht war und trauert um den Mann, aber auch um Versäumtes. Da man im Buch auch erfährt, wie stark sich Christien Brinkgreve mit der Psychoanalyse beschäftigt hat, lässt sich dieses Erinnern und Verarbeiten gut in diesem Kontext einordnen.
Mir scheint die Beleuchtung höchst privater Beziehungsverhältnisse vielleicht auch eine niederländische Tradition? An Connie Palmen musste ich denken, mit ihrem Buch I.M., später veröffentlichte sie noch das "Logbuch eines unbarmherzigen Jahres", das ich bisher nicht kenne - beides Bücher über Schmerzen und Verlust in großer Liebe, vermutlich ganz unterschiedlich und auch noch mal unterschiedlich zu Christien Brinkgreve.
Denn zugleich fragte ich mich, was es eigentlich so auszeichnet, eine "ganz normale" Ehe, so ausführlich publik zu machen. Das ist keine Kritik, es ist ein gewisses Erstaunen. Nichts, an dem, was C.B. berichtet, ist so ganz ungewöhnlich: Der Verschleiß der Verbindung im Laufe der Zeit, dass man dennoch zusammenbleibt, die Depression eines Mannes im Ruhestand, nachdem er stark im Berufsleben aufging.
Ich bin den Erfahrungen und Analysen interessiert gefolgt, fand zugleich den Drang, zu bewerten und (sich) freizusprechen, eher überflüssig. Ich glaube, C.B. hat eine Form gefunden, das Erlittene mit dem Schreiben zu vearbeiten. Was ich dabei gut nachvollziehen kann, ist die Lähmung, die eintritt, wenn soviel zu tun ist nach einem Todesfall, den man emotional gar nicht einordnen kann - und die sie wohl im Schreiben auflösen konnte.
Entstanden ist ein recht intellektuell gefärbtes, eher dokumentarisches Buch als ein raffiniertes Stück Literatur.
Dabei habe ich mir dieses Buch etwas literarischer vorgestellt (und wohl auch gewünscht). Es ist dann doch sehr dokumentarisch, arbeitet die Ehejahre der Autorin nach dem Verlust des Partners durch, sieht viel Schatten, wo irgendwann einmal Licht war und trauert um den Mann, aber auch um Versäumtes. Da man im Buch auch erfährt, wie stark sich Christien Brinkgreve mit der Psychoanalyse beschäftigt hat, lässt sich dieses Erinnern und Verarbeiten gut in diesem Kontext einordnen.
Mir scheint die Beleuchtung höchst privater Beziehungsverhältnisse vielleicht auch eine niederländische Tradition? An Connie Palmen musste ich denken, mit ihrem Buch I.M., später veröffentlichte sie noch das "Logbuch eines unbarmherzigen Jahres", das ich bisher nicht kenne - beides Bücher über Schmerzen und Verlust in großer Liebe, vermutlich ganz unterschiedlich und auch noch mal unterschiedlich zu Christien Brinkgreve.
Denn zugleich fragte ich mich, was es eigentlich so auszeichnet, eine "ganz normale" Ehe, so ausführlich publik zu machen. Das ist keine Kritik, es ist ein gewisses Erstaunen. Nichts, an dem, was C.B. berichtet, ist so ganz ungewöhnlich: Der Verschleiß der Verbindung im Laufe der Zeit, dass man dennoch zusammenbleibt, die Depression eines Mannes im Ruhestand, nachdem er stark im Berufsleben aufging.
Ich bin den Erfahrungen und Analysen interessiert gefolgt, fand zugleich den Drang, zu bewerten und (sich) freizusprechen, eher überflüssig. Ich glaube, C.B. hat eine Form gefunden, das Erlittene mit dem Schreiben zu vearbeiten. Was ich dabei gut nachvollziehen kann, ist die Lähmung, die eintritt, wenn soviel zu tun ist nach einem Todesfall, den man emotional gar nicht einordnen kann - und die sie wohl im Schreiben auflösen konnte.
Entstanden ist ein recht intellektuell gefärbtes, eher dokumentarisches Buch als ein raffiniertes Stück Literatur.