Ehrlich und ergreifend zugleich
Das Buch "Ein Versuch, meine Liebe zuordnen" setzt sich intensiv mit den Facetten einer langjährigen Ehe auseinander. Nach dem Tod ihres Mannes beginnt die Protagonistin mit dem Aufräumen des gemeinsamen Hauses. Dieses entwickelt sich schnell zu einer schonungslosen inneren Bestandsaufnahme. Rollenbilder werden kritisch unter die Lupe genommen und aufgearbeitet. Der Erzählton ist ehrlich, scharf und oft autobiographisch. Insgesamt wird im Buch die Frage behandelt, wie viel Individualität von einer Frau bleibt, wenn der Partner geht. Ich finde das Werk äußerst bewegend und es hilft einem durchaus weiter, wenn man auf der Suche nach der eigenen Identität im Alter ist. Interessant ist dieses Buch vor allen Dingen für Leser, die sich für feministische Aspekte interessieren, die unter soziologischen Perspektiven aufgearbeitet werden.