Lebensabend

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Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen von Christin Brinkgreve ist für mich ein Werk, das dem eigenen Leben nachträglich eine Ordnung geben soll. Es zeigt das Leben als ein Sammelsurium aus Momenten – nichts ist vollständig abgeschlossen, vieles bleibt bruchstückhaft. Die Autorin schrieb Memoiren, die aus einer Phase der Trauer entstanden sind. Beim Lesen hatte ich den Eindruck, dass sie versucht, Ordnung in ihr Leben zu bringen, indem sie es systematisch durchgeht. Sie blickt zurück, zieht ein Fazit und fragt immer wieder: Was war wichtig? Ein besonderes Stellenwert hat ihr Haus. Es ist nicht nur ein Ort zum Leben, sondern ein Archiv der Erinnerungen. In ihm sammeln sich Gegenstände, Geschichten und Gefühle. Das Haus wird zum Mittelpunkt ihres Lebens und zum Ausgangspunkt für die Rekapitulation der vergangenen Zeit, in der Hoffnung und Schmerz nebeneinander stehen. Ein Satz ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: Auch jetzt wünsche ich mir, dass die guten Erinnerungen gewinnen, dass ich sie bei mir behalten kann – doch die schmerzhaften und beunruhigenden Aspekte lassen sich nicht verjagen. Gerade diese Offenheit macht das Buch für mich glaubwürdig und empfehlenswert.