Mutig und offen, aber leider nicht meins
Dieser Roman sticht durch seinen Realitätsbezug heraus. Die Autorin rechnet offen und schonungslos ehrlich mit ihrer Ehe ab, nachdem ihr Mann verstorben ist. Das ist sehr mutig und bietet dem Leser die Chance, sich ebenso mutig ähnliche Fragen über sein eigenes Leben zu stellen.
Ich finde, das Cover ist zum Roman passend gewählt worden. Es wirkt ruhig und schön. Dies spiegelt sich im Schreibstil der Autorin. Über all den Ereignissen ihres Lebens, über welche sie berichtet, liegt ein Schleier aus Ruhe und Akzeptanz – sie hat es scheinbar angenommen und einen Weg für sich gefunden, damit umzugehen. Trotz teilweise relativ komplexer Sprache ist der Roman gut lesbar. Obwohl das Thema Tod relativ präsent ist, wirkt das Buch nicht traurig oder düster, auch nicht wirklich schwermütig. Die Emotionen der Erzählerin werden deutlich, ohne dass man mit einer davon überfrachtet wird. Die Gedanken der Erzählerin sind sehr eindrücklich. Beim Lesen der ersten Seiten merkt man schnell, dass es sich bei diesem Roman nicht um einen typischen Roman handelt. Es gibt nur wenige Dialoge, dafür werden fast ausschließlich die Gedanken der Erzählerin dargestellt. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen, mir gefällt jedoch die Tiefe, mit welcher sie reflektiert.
Sie wirft einige Fragen über Geschlechterrollen und Rollen innerhalb einer Familie auf. Sie denkt beispielsweise intensiv und an verschiedenen Stellen des Romans immer wieder über ihre Rolle als Frau, als Mutter und als Partnerin nach. Da kommt man als Leser natürlich um eine Beschäftigung mit diesen Fragen auch nicht herum. Ich könnte mir aber vorstellen, wer bereits seit vielen Jahren verheiratet ist, kann aus diesem Roman noch etwas mehr mitnehmen, als ich, die diese Erfahrungen noch nicht gemacht habe.
Mir hat die Reflexion der Erzählerin zwar gut gefallen, dennoch konnte ich mit vielen Erfahrungen, welche sie teilt, nicht so viel anfangen, weil sie mich (noch) nicht betreffen. Die Distanz, welche durch den Schreibstil aufgebaut wird, habe ich leider nicht überwinden können. Die Geschichte der Liebesbeziehung wird fast chronologisch dargestellt. Die Erzählerin steht dabei mit ihren Gedanken und Gefühlen im Vordergrund, die anderen Figuren werden nur ansatzweise beleuchtet. Tatsächlich hat mir an vielen Stellen einfach die Spannung gefehlt – dass der Roman auf etwas hinauslaufen würde, abgesehen von der Selbstreflexion.
Mein Fazit: Ihre inhaltliche Offenheit und Ehrlichkeit in Bezug auf ihre Ehe spiegelt sich in der klaren Sprache, die die Dinge schonungsos benennt. Für mich ist der Schreibstil der Autorin leider zu distanzierend.
Ich finde, das Cover ist zum Roman passend gewählt worden. Es wirkt ruhig und schön. Dies spiegelt sich im Schreibstil der Autorin. Über all den Ereignissen ihres Lebens, über welche sie berichtet, liegt ein Schleier aus Ruhe und Akzeptanz – sie hat es scheinbar angenommen und einen Weg für sich gefunden, damit umzugehen. Trotz teilweise relativ komplexer Sprache ist der Roman gut lesbar. Obwohl das Thema Tod relativ präsent ist, wirkt das Buch nicht traurig oder düster, auch nicht wirklich schwermütig. Die Emotionen der Erzählerin werden deutlich, ohne dass man mit einer davon überfrachtet wird. Die Gedanken der Erzählerin sind sehr eindrücklich. Beim Lesen der ersten Seiten merkt man schnell, dass es sich bei diesem Roman nicht um einen typischen Roman handelt. Es gibt nur wenige Dialoge, dafür werden fast ausschließlich die Gedanken der Erzählerin dargestellt. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen, mir gefällt jedoch die Tiefe, mit welcher sie reflektiert.
Sie wirft einige Fragen über Geschlechterrollen und Rollen innerhalb einer Familie auf. Sie denkt beispielsweise intensiv und an verschiedenen Stellen des Romans immer wieder über ihre Rolle als Frau, als Mutter und als Partnerin nach. Da kommt man als Leser natürlich um eine Beschäftigung mit diesen Fragen auch nicht herum. Ich könnte mir aber vorstellen, wer bereits seit vielen Jahren verheiratet ist, kann aus diesem Roman noch etwas mehr mitnehmen, als ich, die diese Erfahrungen noch nicht gemacht habe.
Mir hat die Reflexion der Erzählerin zwar gut gefallen, dennoch konnte ich mit vielen Erfahrungen, welche sie teilt, nicht so viel anfangen, weil sie mich (noch) nicht betreffen. Die Distanz, welche durch den Schreibstil aufgebaut wird, habe ich leider nicht überwinden können. Die Geschichte der Liebesbeziehung wird fast chronologisch dargestellt. Die Erzählerin steht dabei mit ihren Gedanken und Gefühlen im Vordergrund, die anderen Figuren werden nur ansatzweise beleuchtet. Tatsächlich hat mir an vielen Stellen einfach die Spannung gefehlt – dass der Roman auf etwas hinauslaufen würde, abgesehen von der Selbstreflexion.
Mein Fazit: Ihre inhaltliche Offenheit und Ehrlichkeit in Bezug auf ihre Ehe spiegelt sich in der klaren Sprache, die die Dinge schonungsos benennt. Für mich ist der Schreibstil der Autorin leider zu distanzierend.