Ordnende Gedanken
Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen hat mir insgesamt gut gefallen. Besonders beeindruckt haben mich der Sprachstil und die Schreibweise, die ich als sehr literarisch und zugleich eigenständig empfunden habe. Die Autorin schafft es, die Leserinnen und Leser nah an die Gedankenwelt der Protagonistin heranzuführen und ihre inneren Bewegungen, Zweifel und Reflexionen feinfühlig nachvollziehbar zu machen. Inhaltlich konnte ich mich jedoch nur bedingt mit den behandelten Themen identifizieren. Zwischen mir und den Erfahrungen beziehungsweise Fragestellungen der Protagonistin blieb eine gewisse Distanz bestehen. Vermutlich hängt das auch mit unterschiedlichen Lebensphasen und persönlichen Bezugspunkten zusammen. Dennoch empfand ich es als spannend, Einblick in diese Gedankenwelt zu erhalten und die Auseinandersetzungen der Protagonistin, beziehungsweise der Autorin, mit ihren Beziehungen, Gefühlen und Lebensentwürfen zu begleiten. Auch wenn mich das Buch emotional nicht vollständig erreicht hat, habe ich die literarische Qualität und die reflektierte Perspektive sehr geschätzt. Gerade die besondere Sprache macht die Lektüre lesenswert und eröffnet interessante Denkräume, selbst wenn man nicht alle Erfahrungen oder Sichtweisen teilt.