Resümee einer unglücklichen Ehe
Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen von Christien Brinkgreve ist ein sehr persönlicher, autobiographisch geprägter Roman, in dem die Autorin versucht, ihre Ehe zu analysieren und Teile ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten. Das Ausmisten des gemeinsamen Hauses nach dem Tod des Ehemannes nimmt sie dazu als Anlass. Nicht alles war schlecht in der Ehe, aber vieles wird durch die Depression des Ehemannes überlagert. Nicht zu Unrecht fragt sich Christien, warum sie A ( der Name des Ehemannes wird lediglich in abgekürzter Form verwendet) nicht verlassen hat. Nach einer Phase der Verliebtheit, in der man vielleicht glaubte, sich gegenseitig heilen zu können, folgte Entfremdung und ein Nebeneinander, statt einem Miteinander. Schon zu Beginn der Beziehung ist klar, dass Christien zu dem etwas älteren A aufblickt und ihn bewundert. Trotz ihrer beruflichen Karriere, bleibt ihr Rollenbild in der Familie klassisch. Sie lässt sich von ihrem Mann klein halten und versucht wenig Raum einzunehmen. Aufgrund ihres Berufes als Soziologin ist dies für mich fast ein Paradoxon. Ab einem gewissen Punkt im Buch, wiederholen sich Christiens Gedanken und Erzählungen. Es ist kein leichtes Buch, weder vom Stil noch inhaltlich. Teilweise muss ich mich doch bemühen, den Reflexionen zu folgen. Gleichzeitig ist die Stimmung teilweise so bedrückend und beklemmend, wie das Haus, das Christien versucht auszumisten. Hineinversetzen konnte und wollte ich mich in diese Familie nicht wirklich. Trotzdem hat das Buch es geschafft, mich nachdenklich zu stimmen, vor allem darüber, wie langjährige Beziehungen nicht verlaufen sollten.