Rückschau auf eine Ehe

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hundeliebhaberin Avatar

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Christien Brinkgreve war mehrere Jahrzehnte mit ihrem Ehemann verheiratet, mit dem sie zwei Söhne hat, die allerdings auch schon längst ausgezogen sind. Nach dem Tod ihres Mannes A. räumt Christien das Haus auf und um. Mit jedem Gegenstand, den sie in die Hand nimmt, kommen gemeinsame Erinnerungen auf. Sie erzählt von dem Kennenlernen, während dem A. noch verheiratet war, ihren Schwierigkeiten, an der Universtität eine Karriere als Frau zu machen, von A.s erfolgreichen Arbeiten als Journalist und den Mechanismen und Entwicklungen ihrer Ehe.
Christien Brinkgreve ist emeritierte Professorin für Soziologie, setzte sich mit der Beziehung zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Eltern und Kindern. Sie hat sich mit patriarchalen Strukturen auseinandergesetzt und stellt in der Rückschau fest, welche patriarchalen Strukturen und internalisierten Verhaltensmuster und Gedanken sich auch in ihrer Ehe gefestigt haben. Mit den fortschreitenden Kapiteln wird klar, wie viel Schatten und Differenzen es neben den hellen Momenten in der Ehe gab, wie die Beziehung zwischen Christien und A., A. und seiner Mutter sowie seiner Schwester und die Beziehung zu den Söhnen gewirkt haben.

Ein ehrlicher und eindrücklicher Blick auf eine jahrzehntelange Ehe, eine Bilanz, die klar ist und offen bleibt. Was Christien Brinkgreve vor allem gelungen ist, ist das Aufzeigen der vielen Gleichzeitigkeiten, was mir gut gefallen hat.