Über die Lüge der Vereinbarkeit
Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen von Christien Brinkgreve ist ziemlich genau das, was der Titel verspricht. Als ich begonnen habe, das Buch zu lesen, dachte ich zunächst, dass es sich um einen Roman handelt (mein Fehler, das wird nirgends behauptet), aber es wird schnell klar, dass Brinkgreve eine Art Memoiren mit speziellem Fokus geschrieben hat.
Auf knapp 200 Seiten versucht sie, durch das Schreiben zu verstehen, wie sich die Beziehung zu ihrem kürzlich verstorbenen Mann seit der Anfangszeit verändert hat und wie persönliche und systemische Gründe dazu geführt haben, dass sich die beiden immer mehr voneinander entfernt haben.
Dabei geht sie viel auf strukturelle Probleme ein, die Frauen in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts (und sind wir ehrlich: noch heute) die Kombination von beruflicher Karriere und Familie erschwer haben. Anhand ihrer eigenen Geschichte zeigt sie auf, dass das Konzept „Vereinbarkeit“ eine Illusion ist. In diesem Zusammenhang hat mir gut gefallen, wie sie ehrlich mit der Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung umgeht und so rückblickend erkennt, wo auch sie Fehler gemacht hat oder nicht so gehandelt hat, wie sie das mit dem Wissen von heute tun würde.
Insgesamt hat mir das Buch durchaus gefallen, aber es war stellenweise sehr repetitiv. Die einzelnen Anekdoten, die sie erzählt, dienen letztendlich alle der Untermalung der immergleichen Erkenntnis, dass sie sich – so progressiv sie auch war – in sehr vielen Dingen ihrem Mann untergeordnet hat. Das war mit der Zeit etwas ermüdend zu lesen (wenngleich das natürlich genau den Empfindungen entspricht, die Frauen haben, wenn sie immer und immer wieder gegen die gleichen Widerstände ankämpfen) und gemeinsam mit dem etwas sperrigen Satzbau war es dann trotz der guten Übersetzung von Lisa Mensing doch eine recht anstrengende Lektüre.
Dennoch ein lesenswertes Buch, das dazu anregt, die eigene Situation einmal kritisch zu betrachten und auch das eigene Verhalten dabei so objektiv wie möglich einzuschätzen.
3,5/5
Auf knapp 200 Seiten versucht sie, durch das Schreiben zu verstehen, wie sich die Beziehung zu ihrem kürzlich verstorbenen Mann seit der Anfangszeit verändert hat und wie persönliche und systemische Gründe dazu geführt haben, dass sich die beiden immer mehr voneinander entfernt haben.
Dabei geht sie viel auf strukturelle Probleme ein, die Frauen in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts (und sind wir ehrlich: noch heute) die Kombination von beruflicher Karriere und Familie erschwer haben. Anhand ihrer eigenen Geschichte zeigt sie auf, dass das Konzept „Vereinbarkeit“ eine Illusion ist. In diesem Zusammenhang hat mir gut gefallen, wie sie ehrlich mit der Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung umgeht und so rückblickend erkennt, wo auch sie Fehler gemacht hat oder nicht so gehandelt hat, wie sie das mit dem Wissen von heute tun würde.
Insgesamt hat mir das Buch durchaus gefallen, aber es war stellenweise sehr repetitiv. Die einzelnen Anekdoten, die sie erzählt, dienen letztendlich alle der Untermalung der immergleichen Erkenntnis, dass sie sich – so progressiv sie auch war – in sehr vielen Dingen ihrem Mann untergeordnet hat. Das war mit der Zeit etwas ermüdend zu lesen (wenngleich das natürlich genau den Empfindungen entspricht, die Frauen haben, wenn sie immer und immer wieder gegen die gleichen Widerstände ankämpfen) und gemeinsam mit dem etwas sperrigen Satzbau war es dann trotz der guten Übersetzung von Lisa Mensing doch eine recht anstrengende Lektüre.
Dennoch ein lesenswertes Buch, das dazu anregt, die eigene Situation einmal kritisch zu betrachten und auch das eigene Verhalten dabei so objektiv wie möglich einzuschätzen.
3,5/5