Vom Versuch ein Frauenleben (einzu)ordnen
Nach dem Tod ihres Mannes beginnt die Soziologin und Frauenforscherin Christien Brinkgreve über ihre Beziehung nachzudenken und das auf eine Art und Weise, die fast wie ein Experiment, ein eigener Forschungsauftrag wirkt. Das Objekt der Forschung ist dabei nicht weniger als sie selbst, als Frau, Ehefrau, Mutter, und ihre eigenen Wünsche, Gefühle, Bedürfnisse und nicht zuletzt ihre Prägung.
Im Buch begegnet der Leserin daher eine seltsame Gleichzeitigkeit. Nahezu chronologisch betrachtet die Autorin das Kennenlernen, Anbahnen der Beziehung, ein neuer Hauskauf, die Geburt der Kinder etc. und blickt dabei auf sich selbst und die Entwicklung der Beziehung. Dieser Chronologie steht eine Methode zur Seite, bei der die Autorin Schicht für Schicht versucht bis zu den zum Teil Jahrzehnte überlagerten Gefühlen und Motiven vorzudringen und diese nun rückblickend deutend verstehend einzuordnen.
Neben dieser Ethnografie ihrer selbst, die zumindest methodisch an Annie Ernaux erinnert, liefert die Autorin nicht nur persönliche Eindrücke, sondern gibt über Thematik und ihr Berufsfeld außerdem authentische, gelebte Einblicke in die Geschichte des Feminismus und der Frauenbewegung inklusive interner und externen Kämpfe.
So verhandelt Christien Brinkgreve in dem Versuch ihre Liebe zu ordnen zentrale Themen, wie Liebe, Mutterschaft, weibliche Selbstbestimmung, Partnerschaft, Entfremdung und auch Trauer. Schonungslos ehrlich und analytisch scharf, eine Trauer die keinem Drehbuch folgt und von ambivalenten Gefühlen, auch Wut auf den in den letzten Jahren immer unnahbarer gewordenen Verstorbenen, durchwoben ist.
Mich hat das Buch mit seinem zugleich analytischen wie persönlichen Blick auf die Rolle als Frau, und ihre komplexen Anforderungen auch in der modernen Gesellschaft inklusive all der Kämpfe, Zweifel und Möglichkeiten vollkommen überzeugt. Unbedingt lesen!
Im Buch begegnet der Leserin daher eine seltsame Gleichzeitigkeit. Nahezu chronologisch betrachtet die Autorin das Kennenlernen, Anbahnen der Beziehung, ein neuer Hauskauf, die Geburt der Kinder etc. und blickt dabei auf sich selbst und die Entwicklung der Beziehung. Dieser Chronologie steht eine Methode zur Seite, bei der die Autorin Schicht für Schicht versucht bis zu den zum Teil Jahrzehnte überlagerten Gefühlen und Motiven vorzudringen und diese nun rückblickend deutend verstehend einzuordnen.
Neben dieser Ethnografie ihrer selbst, die zumindest methodisch an Annie Ernaux erinnert, liefert die Autorin nicht nur persönliche Eindrücke, sondern gibt über Thematik und ihr Berufsfeld außerdem authentische, gelebte Einblicke in die Geschichte des Feminismus und der Frauenbewegung inklusive interner und externen Kämpfe.
So verhandelt Christien Brinkgreve in dem Versuch ihre Liebe zu ordnen zentrale Themen, wie Liebe, Mutterschaft, weibliche Selbstbestimmung, Partnerschaft, Entfremdung und auch Trauer. Schonungslos ehrlich und analytisch scharf, eine Trauer die keinem Drehbuch folgt und von ambivalenten Gefühlen, auch Wut auf den in den letzten Jahren immer unnahbarer gewordenen Verstorbenen, durchwoben ist.
Mich hat das Buch mit seinem zugleich analytischen wie persönlichen Blick auf die Rolle als Frau, und ihre komplexen Anforderungen auch in der modernen Gesellschaft inklusive all der Kämpfe, Zweifel und Möglichkeiten vollkommen überzeugt. Unbedingt lesen!