Was bleibt übrig?
Diese Frage stellt sich Christien Brinkgreve, emeritierte Professorin für Soziologie, nach dem Tod ihres Mannes. Was bleibt nach seinem Tod von ihrer Beziehung übrig? Was soll im gemeinsamen Haus verbleiben? Was wird aussortiert? Und was bleibt von ihr? Welche Rolle(n) spielte sie und welche Rolle kommt ihr nun zu?
An einer Stelle des Buches nennt die Autorin folgendes Zitat von Kierkegaard : „Sich nicht zu trauen, heißt, sich selbst zu verlieren.“ Genau das scheint ihr passiert zu sein. Zwischen den divergierenden Anforderungen als Frau, Ehefrau, Mutter und Forscherin, scheint sie sich im privaten Bereich daran gewöhnt zu haben, von ihrem Mann untergraben zu werden. Während es beruflich nicht besser für sie hätte laufen können, ordnet sie sich in der Paarbeziehung den Launen ihres Mannes, nur A. genannt, unter. Diese sieht sie in seiner Kindheit begründet und rechtfertigt so seine Verhaltensweisen.
„Ich habe bestimmte Aspekte vor der Außenwelt verhüllt, aber sie konnten nur
deshalb so gut verhüllt werden, weil die Familie als Privatbereich angesehen wird.“
Ehrlich, mutig und schonungslos lässt Brinkgreven die Ehe mit A. Revue passieren. Dabei wird schnell deutlich, dass die Eheleute, die sich 1978 kennengelernt haben, sich zunehmend entfremdet haben. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass sie im gleichen Haus in verschiedenen Zimmern per Mail kommunizieren und sich sonst wenig zu sagen haben.
„Unsere Welten waren einerseits stärker miteinander verbunden und trieben gleichzeitig voneinander weg.“
Es handelt sich definitiv um eine schmerzhafte Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Oft fragt man sich, wieso Christien ihren Mann nicht verlassen hat und kann ihre Wehrlosigkeit im Familienleben nicht begreifen. Leider hat sich die Geschichte trotz der geringen Seitenzahl an einigen Stellen stark gezogen. Brinkgreve seziert jede noch so kleine Erinnerung mit A. und zerlegt diese in ihre Einzelteile. Sicherlich steht für die Autorin aber im Fokus, ihre Beziehung aufzuarbeiten und Frieden zu finden und sich selbst dafür zu vergeben, nicht für sich eingestanden zu sein.
„Aber mit dem Schreiben tue ich etwas: Es kleidet Erfahrungen in Worte, die bisher wortlos gespeichert worden waren.“
Es bedarf mehr Stimmen starker Frauen, die sich gegen patriarchale Strukturen und tradierte Rollenbilder erheben.
An einer Stelle des Buches nennt die Autorin folgendes Zitat von Kierkegaard : „Sich nicht zu trauen, heißt, sich selbst zu verlieren.“ Genau das scheint ihr passiert zu sein. Zwischen den divergierenden Anforderungen als Frau, Ehefrau, Mutter und Forscherin, scheint sie sich im privaten Bereich daran gewöhnt zu haben, von ihrem Mann untergraben zu werden. Während es beruflich nicht besser für sie hätte laufen können, ordnet sie sich in der Paarbeziehung den Launen ihres Mannes, nur A. genannt, unter. Diese sieht sie in seiner Kindheit begründet und rechtfertigt so seine Verhaltensweisen.
„Ich habe bestimmte Aspekte vor der Außenwelt verhüllt, aber sie konnten nur
deshalb so gut verhüllt werden, weil die Familie als Privatbereich angesehen wird.“
Ehrlich, mutig und schonungslos lässt Brinkgreven die Ehe mit A. Revue passieren. Dabei wird schnell deutlich, dass die Eheleute, die sich 1978 kennengelernt haben, sich zunehmend entfremdet haben. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass sie im gleichen Haus in verschiedenen Zimmern per Mail kommunizieren und sich sonst wenig zu sagen haben.
„Unsere Welten waren einerseits stärker miteinander verbunden und trieben gleichzeitig voneinander weg.“
Es handelt sich definitiv um eine schmerzhafte Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Oft fragt man sich, wieso Christien ihren Mann nicht verlassen hat und kann ihre Wehrlosigkeit im Familienleben nicht begreifen. Leider hat sich die Geschichte trotz der geringen Seitenzahl an einigen Stellen stark gezogen. Brinkgreve seziert jede noch so kleine Erinnerung mit A. und zerlegt diese in ihre Einzelteile. Sicherlich steht für die Autorin aber im Fokus, ihre Beziehung aufzuarbeiten und Frieden zu finden und sich selbst dafür zu vergeben, nicht für sich eingestanden zu sein.
„Aber mit dem Schreiben tue ich etwas: Es kleidet Erfahrungen in Worte, die bisher wortlos gespeichert worden waren.“
Es bedarf mehr Stimmen starker Frauen, die sich gegen patriarchale Strukturen und tradierte Rollenbilder erheben.