Wie ein Dialog

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bananana Avatar

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Beim Lesen von „Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen” fühlt es sich oft so an, als spreche jemand ganz direkt mit dir. Die Autorin erzählt aus ihrem Leben nach dem Verlust ihres Mannes und lässt dich an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Dabei ist das Buch weniger eine Geschichte mit Handlung als vielmehr ein innerer Dialog, ein Nachdenken über Liebe, Verlust und das, was davon bleibt.

Besonders bewegt hat mich die Art, wie die Autorin ihre Gedanken beschreibt. Man nimmt wahr, wie sie in Erinnerungen versinkt, wie sie über Entscheidungen, Enttäuschungen und ungelöste Fragen grübelt und wie sie immer wieder stoppt, um zu spüren, was all das mit ihr gemacht hat. Dadurch entsteht beim Lesen eine Nähe, die gleichzeitig manchmal schwer zu verarbeiten ist, weil sie so ungeschützt wirkt.

Es ist kein Buch, das im klassischen Sinn mitreißt, sondern eines, das berührt, weil es dich zum Mitfühlen einlädt. Du merkst, wie widersprüchlich Liebe sein kann, wie Nähe und Abstand miteinander verwoben sind und wie viel Mut es braucht, auf das eigene Leben zurückzuschauen. Durch diese Offenheit bleibt das Buch auch lange nach dem letzten Satz in deinem Kopf hängen.