Ein emotionales Familienepos im australischen Outback

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mrs.beee Avatar

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"Ein weites Leben" von M.L. Stedman ist ein emotionales Familienepos, das im australischen Outback in den 50er und 60er Jahren spielt. Im Roman dreht sich alles um die Familie MacBride, deren Leben durch einen tragischen Unfall, bei denen zwei Familienmitglieder sterben, zerstört wird. Es steht der Überlebenskampf und das Zurückfinden ins Leben des Sohnes Matthew im Vordergrund, der vom Unfall schwer getroffen wurde.

Zentrale Themen des Romans sind in erster Linie Schicksal, Trauer, Schuld und Verlust.

Ich empfand die Handlung rund um die Familie MacBride und das Leben im australischen Outback als sehr langatmig. Die vielen Figuren, Naturbeschreibungen und Erzählstränge machten es mir schwer in die Handlung zu finden. Auch die ständigen Zeitsprünge und Persepektivwechsel störten mich.

Die Autorin hat einen sehr nüchternen und sachlichen Schreibstil gewählt. Das ist nicht ganz mein Geschmack, vor allem wenn dramatische und tragische Dinge passieren. Da hätte ich mir mehr Emotionalität und Tiefe gewünscht. Durch die nüchterne Beschreibweise konnte ich auch mit den Figuren nicht richtig warm werden.

Gefallen hat mir das Setting. Ich habe viel über das entbehrungsreiche Leben im australischen Outback in den 50er und 60er Jahren erfahren. Die Autorin beschreibt dies sehr detailreich und intensiv, sodass ich ein gutes Bild vom Leben damals bekommen habe. Hier hat mir die bildhafte Sprache sehr gefallen, da ich mir die unvorstellbaren Weiten Australiens sehr gut vorstellen konnte.

Der Familienroman ist definitiv kein Buch für zwischendurch, da man als Leser mit vielen Figuren, Namen und Umständen konfrontiert wird. Wer mehr über das karge Leben im australischen Outback erfahren möchte und tragische Familienepen mag, liegt mit der Wahl des Buches richtig.