Familiendrama

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ohana_jane86 Avatar

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M. L. Stedman, die Autorin des Bestsellers "Das Licht zwischen den Meeren", kehrt mit einem neuen Werk zurück. In „Ein weites Leben“ entführt sie uns erneut nach Australien, genauer gesagt in den rauen Westen der 1950er Jahre. Im Zentrum steht die Familie MacBride, deren Schicksal durch einen tragischen Autounfall zu Beginn des Buches unwiderruflich gezeichnet wird.

Der Schreibstil ist, wie man es von der Autorin kennt, sehr bildhaft, intensiv und beinahe poetisch. Sie versteht es meisterhaft, die karge, aber faszinierende Landschaft Australiens so zu beschreiben, dass man die Hitze und den Staub förmlich spüren kann. Die Emotionen der Charaktere werden tiefgründig ausgeleuchtet, was den Roman zu einem kraftvollen Werk über Verlust und das Weitermachen macht und Themen wie Schuld, Vergebung und familiäre Bindungen verwebt.

Persönliches Fazit:
Mich hat das Buch emotional durchaus bewegt. Besonders der Überlebenskampf des jüngsten Sohnes nach dem Unfall ist ergreifend geschildert. Dennoch konnte mich der Roman nicht restlos überzeugen. Das liegt vor allem daran, dass weitläufige Familien-Epen einfach nicht mein bevorzugtes Genre sind. Die Zeitsprünge und die epische Breite der Erzählung über 600 Seiten hinweg fühlten sich für mich zwischendurch etwas langatmig an. Wer jedoch tiefgründige Schicksalsromane mit viel Atmosphäre liebt, wird dieses Buch vermutlich verschlingen. Für mich bleibt es ein handwerklich überzeugendes Werk, dem ganz subjektiv für meine persönlichen Lesegewohnheiten der letzte fehlte.