Ganz schön viel fürs Herz – aber genau deshalb gut!

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lili_1302 Avatar

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Ein weites Leben von M. L. Stedman beginnt wirklich tragisch: Ein Vater ist mit seinen zwei Söhnen auf der Farm unterwegs, als es zu einem schlimmen Autounfall kommt. Er selbst und sein älterer Sohn sterben, der jüngste überlebt schwer verletzt und muss sich mit einer starken Kopfverletzung zurück ins Leben kämpfen. Ohne zu spoilern kann man sagen, dass sich die Geschichte von dort aus in viele Richtungen entfaltet – hinein in die Vergangenheit, in Familiengeheimnisse und in die kleinen wie großen Abgründe einer Dorfgemeinschaft.

Es sind wirklich wilde Geschichten und Offenbarungen der Leute aus der Gegend dabei 😅 Man merkt schnell: Hier brodelt einiges unter der Oberfläche. Der Roman ist gut geschrieben, man kommt leicht rein und die Seiten lesen sich flüssig weg. Gleichzeitig steckt unfassbar viel drin – Drama, emotionale Momente, Schmerz, eine Romanze, Ermittlungsarbeit, Selbstfindung, Schuldgefühle und so einiges mehr. Fast schon ein bisschen viel und wild für ein einziges Buch, aber genau das macht es auch besonders. Es ist keine 08/15-Geschichte, sondern eine, die hängen bleibt. Am Ende war ich ehrlich gesagt etwas traurig und nachdenklich – auf eine leise Art. Und ich dachte mehr als einmal: Das wäre eigentlich ein richtig guter Film.