Hat mich begeistert!

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tsubame Avatar

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Bereits der Klappentext verrät, dass es in der Familie MacBride, die in Australien eine Schaffarm bewirtschaftet, einen tragischen Unfall gibt, bei dem der Vater und sein ältester Sohn ums Leben kommen, während der Jüngste, Matthew, so stark verletzt wird, dass er unter schweren Beeinträchtigungen leidet.

An dieser Stelle hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass es um Matthew als Pflegefall oder aber - durch seine Kopfverletzung - als geistig behinderten Jugendlichen geht, aber das ist nicht der Fall, da er sich im Laufe der Zeit komplett von seinem Unfall erholt. Aufgrund seiner Beeinträchtigung folgt vielmehr ein weiteres Unglück, dem ich in der Literatur in dieser Form bisher noch nie begegnet bin, und auf das ich auch nicht näher eingehen kann, ohne den Kern der Geschichte zu verraten.

Mich hat der Roman von der ersten Seite an mitgerissen. Man lernt nicht nur die Familie MacBride und ihre Farm Meredith Downs kennen, man lernt ganz nebenbei auch Dinge über die Zucht und Haltung von Schafen in Australien, Probleme, die das für die heimische Pflanzenwelt mit sich bringt und die Förderung von Bodenschätzen, die in Konkurrenz zu der Farmwirtschaft steht.

Man begegnet skurrilen Personen wie dem Känguruhjäger Pete Peachey, einer Postfrau, die sich für mysteriöse Todesfälle und Beerdigungen interessiert und anderen eigenwilligen Bewohnern dieses spärlich bewohnten Landstrichs Australiens.

Die Geschichte ist sehr gut erzählt, es gibt liebevolle Dialoge und Ereignisse, die einen gleichzeitig erschüttern und berühren.

Ich habe normalerweise immer ein bisschen Scheu vor Büchern mit einem Umfang von über 500 Seiten, kann aber guten Gewissens sagen, dass man beim Lesen nur so durch die Seiten fliegt und es eigentlich keine einzige Stelle gab, die ich als langatmig empfunden hätte.

"Ein weites Leben" von M.L. Stedman zählt schon jetzt zu einem meiner highlights des Lesejahrs 2026!