Toller Plot, sehr langsam erzählt
Damals hat mich „Das Licht zwischen den Meeren“ von der Autorin sehr begeistert, für ihr neues Buch hat sie sich viel Zeit genommen – ich war sehr gespannt auf ihr neues Werk!
Seit Generationen bewirtschaftet die Familie MacBride die abgelegene Schaffarm Meredith Downs in Westaustralien. Ein schwerer Unfall zerstört jedoch dieses zwar raue, aber beständige Leben, als der Vater und der älteste Sohn ums Leben kommen. Der erst siebzehnjährige Matthew überlebt das Unglück mit schweren körperlichen Beeinträchtigungen und kehrt mühsam zu seiner Mutter und seiner Schwester auf die Farm zurück. Als das Schicksal die Familie ein zweites Mal trifft, steht für Matthew weit mehr als nur seine physische Existenz auf dem Spiel.
Es ist ein interessantes Werk. Auf der einen Seite bietet es eine intensive Auseinandersetzung mit der Unwirtlichkeit des Outbacks, die die Autorin mit großer Präzision einfängt, auf der anderen Seite ist die Geschichte sehr langsam erzählt und hat mich meine Geduld üben lassen. Die Weite und Kargheit Australiens in den 1950er und 60er Jahren werden durch eine sehr bildhafte Sprache lebendig, die entbehrungsreiche Realität jener Zeit hatte ich so immer vor Augen. Die Handlung jedoch entfaltet sich nur langsam, und durch die Vielzahl an Figuren sowie die ausufernden Naturbeschreibungen fiel es mir zeitweise schwer, den Fokus zu behalten und die Lust am Lesen nicht zu verlieren. Eine straffere Komposition hätte der Geschichte in meinen Augen gutgetan, da die Langatmigkeit die eigentliche Dramatik völlig überlagerte.
Beeindruckend ist aber die Zeichnung der Charaktere, allen voran Rosie. Als junges Mädchen bzw. junge Frau, die sich den gängigen Konventionen widersetzt, fand ich sie nicht nur sehr sympathisch, sondern konnte sie mir auch sehr gut vorstellen. Ihre emotionale Zerrissenheit in einer zentralen, existenziellen Frage ist beim Lesen fast körperlich spürbar und macht sie zu einer starken Figur. Im Kontrast dazu steht ihr Bruder Matthew, der im zweiten Teil des Buches im Mittelpunkt steht. Seine oft etwas mürrische und wenig zugängliche Art, die sich durch seine Erlebnisse erklären lässt, macht ihn nicht einer Figur, die auf den ersten Blick gewinnt – dafür aber auf den zweiten, denn hinter seiner abwehrenden Fassade versteckt sich ein großherziger Mensch, der das aber gut zu verstecken weiß. Eine gewisse Leichtigkeit bringt Rosies neunjähriger Sohn in die Geschichte; seine kindliche Neugier und die Unbedarftheit gegenüber der Welt der Erwachsenen bilden einen gelungenen Gegenpol zur Schwere der anderen Figuren.
Der Aufbau des Romans ist geprägt von den sehr detailreichen Schilderungen der Lebensumstände. Durch den bildhaften Schreibstil konnte ich mir alles gut vorstellen, vor allem aber auch die Atmosphäre spüren. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte, die interessant und auch voller Ereignisse ist, etwas straffer erzählt wird. Die langatmige Erzählweise und die vielen Nebenstränge und Figuren haben mir doch herausgefordert, auch wenn die sprachliche Eleganz der Autorin unbestreitbar ist.
Seit Generationen bewirtschaftet die Familie MacBride die abgelegene Schaffarm Meredith Downs in Westaustralien. Ein schwerer Unfall zerstört jedoch dieses zwar raue, aber beständige Leben, als der Vater und der älteste Sohn ums Leben kommen. Der erst siebzehnjährige Matthew überlebt das Unglück mit schweren körperlichen Beeinträchtigungen und kehrt mühsam zu seiner Mutter und seiner Schwester auf die Farm zurück. Als das Schicksal die Familie ein zweites Mal trifft, steht für Matthew weit mehr als nur seine physische Existenz auf dem Spiel.
Es ist ein interessantes Werk. Auf der einen Seite bietet es eine intensive Auseinandersetzung mit der Unwirtlichkeit des Outbacks, die die Autorin mit großer Präzision einfängt, auf der anderen Seite ist die Geschichte sehr langsam erzählt und hat mich meine Geduld üben lassen. Die Weite und Kargheit Australiens in den 1950er und 60er Jahren werden durch eine sehr bildhafte Sprache lebendig, die entbehrungsreiche Realität jener Zeit hatte ich so immer vor Augen. Die Handlung jedoch entfaltet sich nur langsam, und durch die Vielzahl an Figuren sowie die ausufernden Naturbeschreibungen fiel es mir zeitweise schwer, den Fokus zu behalten und die Lust am Lesen nicht zu verlieren. Eine straffere Komposition hätte der Geschichte in meinen Augen gutgetan, da die Langatmigkeit die eigentliche Dramatik völlig überlagerte.
Beeindruckend ist aber die Zeichnung der Charaktere, allen voran Rosie. Als junges Mädchen bzw. junge Frau, die sich den gängigen Konventionen widersetzt, fand ich sie nicht nur sehr sympathisch, sondern konnte sie mir auch sehr gut vorstellen. Ihre emotionale Zerrissenheit in einer zentralen, existenziellen Frage ist beim Lesen fast körperlich spürbar und macht sie zu einer starken Figur. Im Kontrast dazu steht ihr Bruder Matthew, der im zweiten Teil des Buches im Mittelpunkt steht. Seine oft etwas mürrische und wenig zugängliche Art, die sich durch seine Erlebnisse erklären lässt, macht ihn nicht einer Figur, die auf den ersten Blick gewinnt – dafür aber auf den zweiten, denn hinter seiner abwehrenden Fassade versteckt sich ein großherziger Mensch, der das aber gut zu verstecken weiß. Eine gewisse Leichtigkeit bringt Rosies neunjähriger Sohn in die Geschichte; seine kindliche Neugier und die Unbedarftheit gegenüber der Welt der Erwachsenen bilden einen gelungenen Gegenpol zur Schwere der anderen Figuren.
Der Aufbau des Romans ist geprägt von den sehr detailreichen Schilderungen der Lebensumstände. Durch den bildhaften Schreibstil konnte ich mir alles gut vorstellen, vor allem aber auch die Atmosphäre spüren. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte, die interessant und auch voller Ereignisse ist, etwas straffer erzählt wird. Die langatmige Erzählweise und die vielen Nebenstränge und Figuren haben mir doch herausgefordert, auch wenn die sprachliche Eleganz der Autorin unbestreitbar ist.