Ein Neuanfang zwischen Frühlingsblumen und Herzklopfen

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sandraesa Avatar

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Schon auf den ersten Seiten entfaltet Ein Zuhause im Frühling eine ruhige, beinahe tröstliche Atmosphäre. Der Einstieg mit Ella, die erschöpft und innerlich angeschlagen aus London in die ländliche Abgeschiedenheit zurückkehrt, hat mich sofort abgeholt. Ihre Gefühle von Scheitern, Überforderung und dem Wunsch, einfach nur in Ruhe gelassen zu werden, wirken sehr authentisch und nachvollziehbar. Man spürt deutlich, dass sie an einem Wendepunkt in ihrem Leben steht.

Besonders gefallen hat mir die liebevolle, detailreiche Beschreibung des Cottages und der Frühlingslandschaft. Die Farben, Gerüche und Lichtstimmungen vermitteln eine fast idyllische Ruhe, die im starken Kontrast zu Ellas innerem Chaos steht. Dieser Gegensatz macht den Reiz der Geschichte aus und weckt die Hoffnung, dass die Natur und das Landleben heilend auf sie wirken könnten.

Ein echtes Highlight ist die unerwartete „Hundesituation“. Tess bringt nicht nur Humor in die Handlung, sondern steht symbolisch für Verantwortung und Nähe, die Ella eigentlich vermeiden möchte. Ihre anfängliche Ablehnung ist gleichzeitig amüsant und berührend, weil sie zeigt, wie sehr Ella gerade mit sich selbst kämpft. Die Szenen mit ihren Eltern wirken dabei realistisch – liebevoll, aber auch etwas übergriffig, wie man es aus dem echten Leben kennt.

Der Schreibstil ist leicht, flüssig und sehr bildhaft, ohne oberflächlich zu sein. Trotz der ernsten Grundstimmung fühlt sich der Text nie schwer an. Stattdessen vermittelt er Wärme und Zuversicht. Insgesamt macht die Leseprobe neugierig auf Ellas weiteren Weg und darauf, wie sie sich – vielleicht mithilfe von Tess – neu sortiert und wieder zu sich selbst findet.

Für mich ist Ein Zuhause im Frühling ein gefühlvoller, sanfter Romanauftakt, der perfekt für entspannte Lesestunden ist und Lust auf mehr macht.