Frühlingshauch fürs Herz

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timothy Avatar

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Schon nach wenigen Seiten zieht einen Julie Caplin wieder ganz mühelos in ihre Geschichte hinein. Der Schreibstil ist warm, ruhig und gleichzeitig sehr nah an den Gefühlen der Protagonistin – man merkt sofort, dass hier eine Autorin schreibt, die ihre Figuren ernst nimmt und ihnen Raum gibt. Ellas innere Erschöpfung, ihre kreative Blockade und der Wunsch nach Rückzug wirken glaubwürdig und leise, ohne schwer oder melodramatisch zu werden. Besonders stark fand ich die Atmosphäre der Leseprobe: das kleine Cottage, die Frühlingsfarben, die Stille des Dorfes – all das fühlt sich wie ein vorsichtiges Durchatmen an, selbst wenn Ellas Leben gerade alles andere als geordnet ist.
Sehr gelungen ist auch, wie Caplin emotionale Tiefe mit feinem Humor verbindet. Die unerwartete Verantwortung für den Labrador bringt nicht nur Charme, sondern auch Bewegung in Ellas Situation und deutet an, dass Veränderung oft dort beginnt, wo man sie am wenigsten gebrauchen kann. Ella ist mir sofort sympathisch, gerade weil sie keine perfekte Heldin ist, sondern eine erwachsene Frau mit Zweifeln, Müdigkeit und leisen Hoffnungen.
Ich erwarte von der Geschichte eine behutsame Entwicklung, viel Herz, Dorfcharaktere mit Ecken und Kanten und eine Liebesgeschichte, die sich Zeit lässt. Die Leseprobe macht große Lust darauf, Ella weiter zu begleiten und zu sehen, wie aus Rückzug langsam Neuanfang wird. Genau diese Mischung aus Wohlgefühl, emotionaler Ehrlichkeit und Atmosphäre ist der Grund, warum ich dieses Buch unbedingt weiterlesen möchte.