Enemies-to-Lovers auf vier Pfoten
Ella mag Tess anfangs gar nicht. Doch dann … Es wirkt wie ein klassischer Enemies-to-Lovers-Trope. Allerdings handelt es sich bei Tess um einen Hund. Die Liebesgeschichte entspinnt sich dagegen zwischen Ella und dem mürrischen Devon. Allerdings wird auch daraus kein typisches Griesgram-Sonnenschein-Muster. Denn Ella ist zunächst einmal genauso muffelig.
In ihrem neuen Roman „Ein Zuhause im Frühling“ spielt Julie Caplin auf vergnügliche Weise mit bekannten Erzählmustern. Ella, die vor ihren persönlichen Problemen von London aufs Land geflüchtet ist, bekommt von ihren Eltern die Labradorhündin Tess aufgedrängt. Nur widerwillig kümmert sie sich um das Tier. Die Feindschaft ist allerdings einseitig. Tess ist rudelfixiert und verschmust. Labrador eben. Außerdem sorgt ihre Verfressenheit – Labrador eben – für komische, aber auch für dramatische Momente.
Caplin versteht es, lustige wie anrührende Szenen so zu schildern, dass die Lesenden mitten im Geschehen stehen. Sie schafft unmittelbar Nähe zu ihren Figuren, abwechselnd aus der Perspektive von Ella und Devon. Wir erleben ihre körperlichen Empfindungen wie Erschöpfung, Unbehaglichkeit und die unwirsche Abwehr von anderen. Dass dahinter mehr steckt als Griesgrämigkeit, lässt Caplin ihre Leserschaft schnell spüren. Etwa, wenn Ella im ersten hemmungslos zu weinen beginnt, ohne offensichtlichen Grund (der Hund allein erklärt das nicht).
Das Dorfleben findet Ella erstmal lästig. Und sie macht zunächst kein Hehl daraus. Sympathisch wirkt sie in diesen Momenten nicht, aber authentisch. So, wie Devon und Ella allmählich Sympathien füreinander entwickeln, je besser sie sich kennenlernen, wachsen sie den Lesenden ans Herz. Wie Ella sich in der ihr ungewohnten Umgebung mehr und mehr zurechtfindet, erzählt Caplin im kurzweiligen Wechsel von temporeichen Handlungen, Wortgefechten und tiefgründigeren Dialogen.
Zwar erlaubt Caplin ihren Figuren gelegentlich längere Nachdenklichkeiten, doch sie verliert sich nie darin. Im nächsten Moment platzt wieder eine verrückte Situation herein. Wenn Ella beinahe die Küche abfackelt, weil sie ausnahmsweise eine Zigarette rauchen möchte. Wenn sie von Tess in einen Kanal geschubst wird. Oder wenn eine überkandidelte Londoner Kunsthändlerin ein missglücktes Blumenarrangement für eine moderne Kunstinstallation hält.
Die überschaubare Welt eines englischen Dorfes bevölkert Caplin mit einer gut dosierten Schar skurriler, sonniger und liebenswert übergriffiger Charaktere. Die Hauptrolle spielt jedoch tatsächlich der titelgebende Frühling. So, wie Caplin ihn beschreibt, fühlt man sich mittendrin: im Matsch eines Regentages, in dem „die Luft, nach Torf und Gras“, in der ersten Wärme eines sonnigen Tages zwischen verschiedenen Grüntönen.
Julie Caplin ist bekannt für ihre Romantic-Escape-Reihe. Romane, die weltweit an verschiedensten Orten spielen und sich wunderbar als Reiselektüre eignen. Vom aktuell letzten Band der Reihe, „Das kleine Zuhause in Prag“, war ich allerdings enttäuscht. Wenn detailliert die Ticketschalter der Prager U-Bahn beschrieben werden, ist diese Reihe über ihre Möglichkeiten hinausgekommen. Umso erfreuter war ich über den Auftakt einer weiteren Reihe. Leider scheint der deutsche Verlag dem neuen Thema nicht ganz zu trauen. Warum sonst hätte er den Beginn der neuen Serie ähnlich betitelt wie das letzte Buch der Romantic Escapes. Hier Zuhause, dort Zuhause. Der englische Titel ist griffiger in seiner Doppeldeutigkeit: A Girl’s Best Fried. Hund? Mann? Oder beide?
In ihrem neuen Roman „Ein Zuhause im Frühling“ spielt Julie Caplin auf vergnügliche Weise mit bekannten Erzählmustern. Ella, die vor ihren persönlichen Problemen von London aufs Land geflüchtet ist, bekommt von ihren Eltern die Labradorhündin Tess aufgedrängt. Nur widerwillig kümmert sie sich um das Tier. Die Feindschaft ist allerdings einseitig. Tess ist rudelfixiert und verschmust. Labrador eben. Außerdem sorgt ihre Verfressenheit – Labrador eben – für komische, aber auch für dramatische Momente.
Caplin versteht es, lustige wie anrührende Szenen so zu schildern, dass die Lesenden mitten im Geschehen stehen. Sie schafft unmittelbar Nähe zu ihren Figuren, abwechselnd aus der Perspektive von Ella und Devon. Wir erleben ihre körperlichen Empfindungen wie Erschöpfung, Unbehaglichkeit und die unwirsche Abwehr von anderen. Dass dahinter mehr steckt als Griesgrämigkeit, lässt Caplin ihre Leserschaft schnell spüren. Etwa, wenn Ella im ersten hemmungslos zu weinen beginnt, ohne offensichtlichen Grund (der Hund allein erklärt das nicht).
Das Dorfleben findet Ella erstmal lästig. Und sie macht zunächst kein Hehl daraus. Sympathisch wirkt sie in diesen Momenten nicht, aber authentisch. So, wie Devon und Ella allmählich Sympathien füreinander entwickeln, je besser sie sich kennenlernen, wachsen sie den Lesenden ans Herz. Wie Ella sich in der ihr ungewohnten Umgebung mehr und mehr zurechtfindet, erzählt Caplin im kurzweiligen Wechsel von temporeichen Handlungen, Wortgefechten und tiefgründigeren Dialogen.
Zwar erlaubt Caplin ihren Figuren gelegentlich längere Nachdenklichkeiten, doch sie verliert sich nie darin. Im nächsten Moment platzt wieder eine verrückte Situation herein. Wenn Ella beinahe die Küche abfackelt, weil sie ausnahmsweise eine Zigarette rauchen möchte. Wenn sie von Tess in einen Kanal geschubst wird. Oder wenn eine überkandidelte Londoner Kunsthändlerin ein missglücktes Blumenarrangement für eine moderne Kunstinstallation hält.
Die überschaubare Welt eines englischen Dorfes bevölkert Caplin mit einer gut dosierten Schar skurriler, sonniger und liebenswert übergriffiger Charaktere. Die Hauptrolle spielt jedoch tatsächlich der titelgebende Frühling. So, wie Caplin ihn beschreibt, fühlt man sich mittendrin: im Matsch eines Regentages, in dem „die Luft, nach Torf und Gras“, in der ersten Wärme eines sonnigen Tages zwischen verschiedenen Grüntönen.
Julie Caplin ist bekannt für ihre Romantic-Escape-Reihe. Romane, die weltweit an verschiedensten Orten spielen und sich wunderbar als Reiselektüre eignen. Vom aktuell letzten Band der Reihe, „Das kleine Zuhause in Prag“, war ich allerdings enttäuscht. Wenn detailliert die Ticketschalter der Prager U-Bahn beschrieben werden, ist diese Reihe über ihre Möglichkeiten hinausgekommen. Umso erfreuter war ich über den Auftakt einer weiteren Reihe. Leider scheint der deutsche Verlag dem neuen Thema nicht ganz zu trauen. Warum sonst hätte er den Beginn der neuen Serie ähnlich betitelt wie das letzte Buch der Romantic Escapes. Hier Zuhause, dort Zuhause. Der englische Titel ist griffiger in seiner Doppeldeutigkeit: A Girl’s Best Fried. Hund? Mann? Oder beide?