Klischeebehafteter cozy Kleinstadt-Roman

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Die Illustratorin Ella braucht eine Auszeit von ihrem Freund und Ereignissen in London, weshalb sie aufs Land reist um das Cottage ihrer Patentante zu hüten. Dort will sie Distanz zu ihrem Londoner Leben schaffen und ihre Kreativität wieder finden. Doch überraschenderweise muss sie die Labradorhündin Tess hüten und die Dorfgemeinschaft fordert von ihr Tätigkeiten, die sonst ihre Patentante übernommen hat. Statt alleine im Cottage zu malen, trifft sie also immer wieder auf einige Dorfbewohner/innen, wie den Tierarzt Devon oder seine Mitarbeiterin Bets, und beginnt Gefallen an ihrem neuen Leben dort zu finden.

Ich finde die Cottage- und Dorfatmosphäre in der Geschichte richtig schön. Wilsgrave ist ein kleines Dorf mitten in wunderschöner Landschaft und mit sehr sympathischen, aber auch typisch nervigen Bewohner/innen. Der Vibe ist gemütlich, amüsant und herzlich, weil das Landleben anschaulich dargestellt wird. Ella ist total in Slow Living eingetaucht und aufgegangen, z. B. beim Blumenschmuck für die Kirche. Die Menschen im Dorf sind total unterschiedlich und tauchen zum richtigen Zeitpunkt pointiert auf. Die Tierarzthelferin Bets ist so eine liebenswerte Frau und selbst die nervigste Dorfbewohnerin, die es ja auch immer geben muss, hat mich nur schmunzeln lassen. Die Protagonistin selbst war unter anderem mit ihrer Arglosigkeit und ihrer Ansicht zum Schminken oft sehr klischeebehaftet, insgesamt wird ihr Charakter aber stets sehr anschaulich und nachvollziehbar dargestellt.

Die Wendungen, die dann im weiteren Verlauf auftauchen, haben mir eher weniger gefallen. Der erste Plotttwist hat mich überrascht, aber nur, weil ich dachte es wäre schon längst offensichtlich. Dieser Punkt hat mich übrigens schon von Anfang an genervt. Und bevor ich total schwammig weiterschreibe, im Grunde fand ich es auch positiv für die Geschichte, nur das Wie war schon sehr gewollt und unverschämt. Die zweite Wendung hat mich aufgeregt. Wie kann Ella so gelebt haben? Das ist heutzutage doch total unrealistisch. Wobei danach sogar etwas Action aufkam, was mir ziemlich gut gefallen hat, weil hier Schwung in die Geschichte kam. Und positiv umgesetzt finde ich auch tiefgründige Aspekte von Ellas Vergangenheit in London.


Fazit:
„Ein Zuhause im Frühling“ beinhaltet eine tolle Dorfgemeinschaft und passende Elemente von Slow Living, weshalb ich mich schon sehr freue mit der Fortsetzung nach Wilsgrave zurückzukehren. Ella selbst und ihre Entwicklung sind klischeebehaftet, was ich so von der Beststeller-Autorin gar nicht erwartet hätte. Die Wendungen am Ende haben mich verwirrt, genervt, aber auch viel Action und Heiterkeit in die Geschichte gebracht. Für Fans von Hunden und Slow Living bzw. herzlichem Kleinstadtsetting, aber auch etwas Tiefgründigkeit, kann ich die Geschichte sehr empfehlen.